Herzlich willkommen bei der Weinbruderschaft Mittelrhein-Siebengebirge!![]() |
Wappen der Weinbruderschaft Mittelrhein-Siebengebirge mit Rolandsbogen, Rhein mit Rebe, Drachenfels und Wappenspruch IN VITE VITA |
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Ehemalige Weinwirtschaftsbetriebe in Linz
Ehemalige Weinwirtschaftsbetriebe in Linz
Weinbaubetriebe
Blumenthal Gebr. (1883, 1902, 1909, 1919, 1934, 1955, 1967, 1969)
Neuerburg P. (1919)
Neuerburg & Söhne GmbH (1902, 1919, 1934)
Oelpenich A. (1919), Eigentümer ehem. Winzerhaus am Kaiserberg
Thür Josef Weingut □
Vossschulte Josef (1919, 1921, 1934)
Weinbrennereien
Kaiserberg Weinbrennerei Blumenthal & Co (1951)
Kaiserberg Markenvertriebs GmbH (1987)
Konzen Johann
Neuerburg Hugo GmbH gegr. (1921, 1934)
Neuerburger AG Weinbrennerei und Fabrik deutscher Edelliköre
Weinbrennerei Neuerburg AG
Weingroßhandlungen
Blumenthal Carl 1934
Blumenthal Gebr. (1883, 1902, 1909, 1919, 1934, 1955, 1967, 1969)
Blumenthal Ph. (1902)
Feith F. Wwe. (1902)
Feith P. C. (1902, 1909)
Fröbus & Co (1902)
Gail Johann (1909)
Hillenbrand J.(1902)
Hillenbrand P.(1902, 1909)
Matoni Josef (1919, 1934, 1955)
Lenzen Barthel (1909)
Mäurer P. (1909)
Neuerburg Paul GmbH (1934)
Neuerburg P. & Söhne (1902, 1934)
Oehmen & Neuerburg (1909)
Oelpenich Alexander (1902, 1919, 1934, 1951, 1955, 1969)
Peiß (Peiss) Bernhard (1902, 1919, 1921, 1934, 1955)
Peiss J. B. (1902, 1909)
Schwamborn Heinrich GmbH (1902, 1909, 1919, 1921, 1934, 1955)
Schwamborn Heinrich Sohn (1981, 1969, 1981)
Vossschulte Josef (1909)
Weyers Gebr. (1902)
Weinhandlungen
Eden E. (1902, 1909, 1919)
Heckner W. (1902, 1909)
Kick B. (1902, 1909)
König W. (1902)
König P. (1909, 1919)
Spiegel Wwe. (1909)
Werner W. (1934)
Zimmermann F. (1902, 1909)
Weinkellereien
Rheinheller Kellerei GmbH Am Sändchen 30 (1987)
Rhein-Mosel Kellereien Am Sändchen 34 (1969)
Weinkultur Bad Breisig
Weinkultur Bad Breisig
Weinbau am Elzenberg
Bekannte Weinlagen am Elzenberg
- Auf der Beun
- In der Himmelsgasse
- Im Taubenrähchen
- Schäfersberg
- Im Elsaß
- Am Sonnenhang
Weinbaufläche/-ertrag
- 1809 29 ha (Niederbreisig), 13 ha (Oberbreisig)
- 1820 86 ha (Niederbreisig), 79 ha (Oberbreisig)
- 1895 290 hl Weißwein, 63 hl Rotwein
- 1897 30 hl Weißwein, 2 hl Rotwein
- 1910 8,5 ha
- 1922 1,5 ha
Rebsorten
Bekannt war wie vielerorts an Ahr und Rhein der Bleichart (wohl Blauer Burgunder weiß gekeltert, heutiger Name Blanc de Noir)
1897 Gründung Winzerverein Oberbreisig
1909 Reblausbekämpfung, Ende 1930 erneute Reblausbekämpfung
1934 Letzter (vergeblicher) Anlauf den Weinbau wieder zu beleben
Die Weinbau-Bruderschaft Oberbreisig a. G.
- Gegründet 9. März 2003
- 8 Hobbywinzer, Brudermeister: Robert Hoß
- Versuchsweinberg am Elzenberg unterhalb der Schäferhütte, ca. 300 Weinstöcke Blauer Burgunder
- Berater: Thomas Nelles, Weingut Nelles (VdP), Heimersheim, Ahr
- Winzertreff und Kellerraum im Alten Backes, Oberbreisiger Hauptstraße (geöffnet bei dörflichen Festen)
Link zur Weinbau-Bruderschaft Oberbreisig
Schäferhütte (Wanderhütte) oberhalb des Weinbergs
Förster-Steffens-Weg
53498 Bad Breisig
Tel. 02633-470064
Öffnungszeiten: Sa. + So. 11 - 18 Uhr
Musikantentreff: 1. Sa. d. Mts., 15 Uhr
Naheweinlieder
Naheweinlieder
1. Du liebliches Tal dort am grünen Rhein
Text: Oskar Linn-Linsenbarth1. Du liebliches Tal dort am grünen Rhein
Durchwoben von Blüten und Sonnenschein,
von Wäldern und Bergen mit Reben umkränzt,
Von rauschenden Wellen der Nahe durchglänzt:
Du bist meine Lust.
Du bist meine Lust.
Frei fühlt sich
Die Lust von Sorgen und Qual
Im Nahetal.
2. Wie einst deine Burgen ein adlig Geschlecht
2. Wie einst deine Burgen ein adlig Geschlecht
Entsandten zum Kampfe für Freiheit und Recht,
So sind deine Söhne noch heut sich bewusst,
Daß Liebe zur Freiheit durchglüht ihre Brust.
Echt sei wie ein Hort
Echt sei wie ein Hort
Ihr Wandel und Wort
Wie Wein im Pokal
Vom Nahetal
3. So lange die Rebe am Ufer dir blüht,
3. So lange die Rebe am Ufer dir blüht,
So lange die Nahe zum Rheine hinzieht,
Beschirme dich Gott, bleibe deutsch nur
Dein Land, so fest wie die Felsen am Nahestrand.
Laut töne dein Preis
Im fröhlichen Kreis,
Du Land meiner Wahl,
Mein Nahethal!
Wein-Büchlein
Weinbüchlein (1584)
(Transkription in heutiges Deutsch von Dankward Heinrich, 2020)
Lustige und summarische
Beschreibung der Namen, Arten,
Kräfte und Eigenschaften fast aller der
Weine, welche sonderlich in Deutschland
wachsen, darin geführt und also
darin bekannt werden.
In verständlichen Reimen verfasset
und durch Samuel Dilbaum, Bürger
in Augsburg, in den Druck
verfertigt 1584
Beschreibung der Weine, welche in
deutschen Landen bekannt sind.
Mir ist, wie Martialis spricht,
ich mach nüchtern kein gut's Gedicht.
Wenn aber ich ein Rausch hab zecht,
so kommt mir dann die Kunst erst recht
und fällt mir wunderbarlich ein:
Weil dann die Kunst der edle Wein
dermaßen bringt und Klugheit macht,
hab ich für billig jetzt geacht,
damit ich nicht undankbar bleib,
das ich ihm kurz sein'n Namen beschreib,
auch Wirkung, Art, Natur und Stärk
und wo er wächst, deshalb so merk.
Erklärung der Weine
Ein Malvasier der edelste Wein,
könnt stärker nicht noch besser sein,
der gibt mit seiner Eigenschaft
Den Gesunden Freud, den Kranken Kraft.
Ein köstlich Wein ist Tribian,
da trinkt man bald einen sich an.
Wer Gumboldskirchers trinkt zwei Maß,
der kann allein nicht gehn sein Straß.
Es wächst auch guter Wein bei Güntz,
Darin vertrunk ich all mein Münz.
Wer Eysenbergers zu ihm faßt,
im Überfluß, der läuft nicht fast.
Der Wein so wächst zu Leutrheritz,
ist wässerig und nicht viel nütz.
Ein Trank heißet Miserere Wein,
Das kann zu tricken lieblich sein.
Wer sich an Luetenberger richt,
Buechberger wird nicht wenig globt,
der macht, dass einem sein Hirn tobt.
Veltliner ist ein edler Saft,
schön an der Farb, gut an der Kraft.
Schaffhauser trinkt sich gerne ein,
auch für einen guten roten Wein.
Der Sandwein ist gut, süß, schier schwarz,
Die Gänsfüß sind zu essen gut,
Von neuen Weinen ist ein Frank,
das allerbest und süßeste Trank.
Man führt auch Wein von Pfeddersheim,
die schmecken wohl in Mosten eim.
Der Brauch ist gut, der Mißbrauch schad,
Darum dich nicht zuviel belad.
Ein Malvasier der edelste Wein,
könnt stärker nicht noch besser sein,
der gibt mit seiner Eigenschaft
Den Gesunden Freud, den Kranken Kraft.
Der Curßwein ist auch wohl bekannt,
von Corsica der Insel benannt.
von Corsica der Insel benannt.
Der Wein von Taio gleicht sich schier
an Kraft und Geschmack dem Malvasier.
an Kraft und Geschmack dem Malvasier.
Ein köstlich Wein ist Tribian,
da trinkt man bald einen sich an.
Für bündig gut sind Griechischwein,
wer 's trinken will, der zech 's hinein.
wer 's trinken will, der zech 's hinein.
Ein roter Wein, der heißt Pinol,
schleicht süß hinein, schmeckt trefflich wohl.
schleicht süß hinein, schmeckt trefflich wohl.
Traminer ist ein hitzig Trank,
hilft manchem auf, der sonst liegt krank.
hilft manchem auf, der sonst liegt krank.
Man bringt ein Wein von Felters her,
dem misst man auch zu große Ehr.
dem misst man auch zu große Ehr.
Der Rheinfall ist allweg der best
unter den süßen Weinen gewest.
unter den süßen Weinen gewest.
Der Wildbacher wird auch gepreist,
der einen mit Stärk sein Tück beweist.
der einen mit Stärk sein Tück beweist.
Vernatscher lässt sich trinken wohl,
ist süß und macht einen selten voll.
ist süß und macht einen selten voll.
Die Trollinger sind dick und rot,
man trinkt 's zur Lust und nicht zur Not.
man trinkt 's zur Lust und nicht zur Not.
Auch ist der Kolabuger wert,
der macht, dass einem sein Sprach verkehrt.
der macht, dass einem sein Sprach verkehrt.
Nundtipziantzer gut und süß,
der machet leicht die schweren Füß.
der machet leicht die schweren Füß.
Der Leittacher steigt ein mit Hitz,
in Kopf, dass er verliert den Witz.
in Kopf, dass er verliert den Witz.
Rassaner sind dick, süß und gut,
und sehen wie ein's Kälbleins Blut.
und sehen wie ein's Kälbleins Blut.
Der Wein, so man aus Frankreich bringt,
macht das der Kopf einem saust und singt.
macht das der Kopf einem saust und singt.
Man lobt auch fast Burgundisch Wein,
sie sollen stark und kräftig sein.
sie sollen stark und kräftig sein.
Die Scoranier ich auch nicht schelt,
wiewohl sie sind nicht sonders mild.
wiewohl sie sind nicht sonders mild.
Der Simcher Wein brennt recht vor Glut,
den uns Gott vor dem Türken behüt.
den uns Gott vor dem Türken behüt.
Wer starken Gedrger knollet trinkt,
von einer Wand zur andern sinkt.
von einer Wand zur andern sinkt.
Rechnitzer auch im Ungarland,
die brechen einem bald sein Verstand.
die brechen einem bald sein Verstand.
Wer an dem Ruster zecht ein Schopff,
empfindet zwei Tag ein schwachen Kopf.
empfindet zwei Tag ein schwachen Kopf.
Der Hepffwein fördert bald ins Bett,
macht dass er tille telle red.
macht dass er tille telle red.
Trabuler man auch loben soll,
sein lieblich, rot und schmecken wohl.
sein lieblich, rot und schmecken wohl.
Der Eppaner frischt einem sein Herz,
doch trink nicht viel, er duld kein Scherz.
doch trink nicht viel, er duld kein Scherz.
Dem Brixner gibt man auch viel Preis,
wer sein viel trinkt, verkehrt sein Weis.
wer sein viel trinkt, verkehrt sein Weis.
Der Eckwein lustig zu trinken wär,
wenn er den Kopf nicht machet schwer.
wenn er den Kopf nicht machet schwer.
Die Osterwein sind ferner gut,
den Trinker machen's wohlgemut.
den Trinker machen's wohlgemut.
Wenn sie sind unvermischt und gerecht,
so find man derer wenig schlecht.
so find man derer wenig schlecht.
Wer Gumboldskirchers trinkt zwei Maß,
der kann allein nicht gehn sein Straß.
Es wächst auch guter Wein bei Güntz,
Darin vertrunk ich all mein Münz.
Wer Eysenbergers zu ihm faßt,
im Überfluß, der läuft nicht fast.
Der Wein so wächst zu Leutrheritz,
ist wässerig und nicht viel nütz.
Ein Trank heißet Miserere Wein,
Das kann zu tricken lieblich sein.
Wer sich an Luetenberger richt,
ihm selbst damit sein Hirn zerbricht.
Buechberger wird nicht wenig globt,
der macht, dass einem sein Hirn tobt.
Veltliner ist ein edler Saft,
schön an der Farb, gut an der Kraft.
Schaffhauser trinkt sich gerne ein,
auch für einen guten roten Wein.
Der Sandwein ist gut, süß, schier schwarz,
und Wohlgeschmack wird's dir bracht, so gwarts.
Ein Ort im Rheintal heißt Balgach,
Da wächst ein Wein, der macht sein Sach.
Die Gänsfüß sind zu essen gut,
doch getrunken macht es noch mehr Mut.
Sultzfelder behält im Frankenland,
den größten Preis und Oberhand.
Von neuen Weinen ist ein Frank,
das allerbest und süßeste Trank.
Man führt auch Wein von Pfeddersheim,
die schmecken wohl in Mosten eim.
Den Wein, so wächst bei Franckenhausen,
am Main, lass mich auch einen mausen.
am Main, lass mich auch einen mausen.
Von Stärk Elsässer hat sein Lob,
Steigt aber einem ins Hirn gar grob.
Steigt aber einem ins Hirn gar grob.
Der Wetterwein ist gut und stark,
dringt einem hinein bis auf das Mark.
dringt einem hinein bis auf das Mark.
Man sagt: Es wächst viel Wein bei Prag,
willst wissen, was er kann, so frag.
willst wissen, was er kann, so frag.
Wer den Rheingauer recht erwischt,
macht dass er all sein Leids vergisst.
macht dass er all sein Leids vergisst.
Ein guter Wein wächst im Rheinthal,
den nehm ich, wenn ich hätt' die Wahl.
den nehm ich, wenn ich hätt' die Wahl.
Der Wein, den man Kerschperger heißt,
der wächst in Meissen, wer's nicht weiß.
der wächst in Meissen, wer's nicht weiß.
So ist der Rhinwein Geschmack im Mund,
und sein natürlich stark und gesund.
und sein natürlich stark und gesund.
Der Wanger wird auch gut geacht,
der einen Sankt Urbans Plag oft macht.
der einen Sankt Urbans Plag oft macht.
Der Terzant ist ein gschmacher Wein,
doch will er mäßig trunken sein:
doch will er mäßig trunken sein:
Wer sich am Marwein überzecht,
wird stückend voll und geschieht ihm recht.
wird stückend voll und geschieht ihm recht.
Ein Wein aus Steiermark heißt der Schrot,
erquickt mich, wenn ich halb wär tot.
erquickt mich, wenn ich halb wär tot.
Auch den Breisgauer lobt man fast,
darauf sich gewöhnlich freut ein Gast.
darauf sich gewöhnlich freut ein Gast.
Bergstraßer wächst vom Rhein nicht weit,
macht voll und fröhlich oft die Leut.
macht voll und fröhlich oft die Leut.
Ein Geschmäcklein hat der Tauberwein,
noch dringt er einem ins Hirn hinein.
noch dringt er einem ins Hirn hinein.
Die Neckarwein sind frisch und gesund,
ergeben doch nicht viel im Mund.
ergeben doch nicht viel im Mund.
Die Tübinger, die schilchen wohl,
Wer sie übertrinkt, der wird auch voll.
Wer sie übertrinkt, der wird auch voll.
Ramßthaler unter dem Neckarwein,
soll besser denn die ander'n sein.
soll besser denn die ander'n sein.
Den Elffingerwein ich auch lob,
weil er an mir hat tun sein Prob:
Denn als ich einstmals krank gewesen
weil er an mir hat tun sein Prob:
Denn als ich einstmals krank gewesen
macht er das ich bin wieder genesen.
Trechshauser sich auch wohl vergeht,
wer sich nicht auf guten Wein versteht.
wer sich nicht auf guten Wein versteht.
Zu Dürkheim wächst er ziemlich gut,
doch keim in Kopf nicht riechen tut.
doch keim in Kopf nicht riechen tut.
Nicht besonderes ist an Reiffenwein,
den legt man umbs Advent erst ein.
den legt man umbs Advent erst ein.
Die Seewein sind unmild und sauer,
ihr acht kein Bürger, noch kein Bauer.
Wo er einen anderen trinken kann,
so sieht er diesen lang nicht an.
ihr acht kein Bürger, noch kein Bauer.
Wo er einen anderen trinken kann,
so sieht er diesen lang nicht an.
Doch schwoebet der Meerspurger ob,
den anderen mit seinem Lob.
den anderen mit seinem Lob.
Der Michelsberger heißt ein Wein
bei Ulm, der könnt nicht schlechter sein.
bei Ulm, der könnt nicht schlechter sein.
Der Wein von Landshut ist kein nütz,
trink wie viel willst/ du hast kein Spitz.
trink wie viel willst/ du hast kein Spitz.
Den Durst allein Kelhaymer löscht,
man hielt's für Essig, wer's nicht wüsst.
man hielt's für Essig, wer's nicht wüsst.
Und dass ich's mit einem guten beschließ,
Rosatzer ist auch lieblich süß.
Rosatzer ist auch lieblich süß.
Dergleichen Wein wie oben gemeld,
Find einer um sein ziemlich Geld
im Land zu kaufen allenthalb.
Die sind der Deutschen Herz und Salb.
Wer aber meint, ich hab's nicht gar,
der selbst zieh hin und mehr erfahr.
Sie mögen wohl vorhanden sein,
wiewohl's mir jetzt nicht fallen ein,
die schreib ein jeder selbst hinzu,
dann ich will's lassen sein in Ruh.
Find einer um sein ziemlich Geld
im Land zu kaufen allenthalb.
Die sind der Deutschen Herz und Salb.
Wer aber meint, ich hab's nicht gar,
der selbst zieh hin und mehr erfahr.
Sie mögen wohl vorhanden sein,
wiewohl's mir jetzt nicht fallen ein,
die schreib ein jeder selbst hinzu,
dann ich will's lassen sein in Ruh.
Damit ich bald zur Endschaft kumm,
Deshalb vernimm in einer Summ:
Wer ziemlich trinkt seinen guten Wein,
mag gesund dabei und fröhlich sein:
Der aber stets liegt in der Füll,
sich selbst zum Todbett fördern will.
Deshalb vernimm in einer Summ:
Wer ziemlich trinkt seinen guten Wein,
mag gesund dabei und fröhlich sein:
Der aber stets liegt in der Füll,
sich selbst zum Todbett fördern will.
Der Brauch ist gut, der Mißbrauch schad,
Darum dich nicht zuviel belad.
Mehr Menschen kommen in das Grab,
die in die Häls selbst trinken ab,
denn die umkommen durch das Schwert,
sogar hat sich die Welt verkehrt,
als die Erfahrung täglich lehrt.
Darum des Saufens dich enthalt,
so magst mit Gesundheit werden alt,
dieweil der Wein so kräftig ist,
dass wer ihn trinkt sein Leids vergisst:
So wird der billig hoch ergetzt,
der oft damit seinen Kragen netzt.
Denn Gott hat beschert fürs Menschen Leib
den Wein, dass er sein Sorg vertreib,
das Herz erquickt und fröhlich macht,
das ist der Grund der ganzen Sach.
den Wein, dass er sein Sorg vertreib,
das Herz erquickt und fröhlich macht,
das ist der Grund der ganzen Sach.
Deshalb ich jetzt und noch füran
ihn genügsam nicht erloben kann.
Das hab ich diesem edlen Trank
dem lieben Weingedicht zu Dank.
Der mich auch oft so fröhlich gemacht,
das mir mein Herz im Leib hat gelacht.
dem lieben Weingedicht zu Dank.
Der mich auch oft so fröhlich gemacht,
das mir mein Herz im Leib hat gelacht.
Hat mir mein Unmut oft vertrieben,
Der mich sonst längst hätt aufgerieben.
Darum ich schuldig mich bekennt,
das ich die Arbeit drauf gewendt.
Und beschrieben hab sein Kraft und Lob,
er liegt doch allen Freuden ob.
Gibt mehr Lust und Ergötzlichkeit,
denn ander Ding sonst weit und breit.
Darum ich schuldig mich bekennt,
das ich die Arbeit drauf gewendt.
Und beschrieben hab sein Kraft und Lob,
er liegt doch allen Freuden ob.
Gibt mehr Lust und Ergötzlichkeit,
denn ander Ding sonst weit und breit.
Gott sei Lob, Preis in Ewigkeit. Amen.
Getruckt zu Augsburg, bei Josias
Woerly, beim heiligen Kreuz.
Getruckt zu Augsburg, bei Josias
Woerly, beim heiligen Kreuz.
Saale-Unstruter Weinlieder
Saale-Unstruter Weinlieder
Großjenaer Heimatlied
Text und Musik: Paul Müller
1. Ein Wandrer kam gezogen aus fernen deutschen Land.
Großjena zu besuchen, wollt sehn, was er hier fand.
Er sah ein schmuckes Dörfchen, sah Wiesen, Fluss und Hain.
Ward müde von den Wandern und kehrte darum ein.
Refrain:
Unstrut und Saale, Schwestern vom Rhein,
an euren Hängen wächst goldener Wein.
Füllet die Gläser, schenkt Blütengrund ein,
die Perle der Heimat, Großjenaer Wein.
2. Gutedel und Silvaner fand er besonders gut.
Er schlürfte ganz besinnlich das edle Rebenblut.
Fand auch des Liedes Freunde in diesem kleinen Ort.
Gemeinsam sang der Wandrer mit Freunden immerfort!
Refrain
3. Wie oft hab ich getrunken an Saale, Unstrut, Rhein.
In manchen stillen Eckchen genoss ich goldnen Wein.
Doch Freunde von der Unstrut, die ihr hier fröhlich schafft,
ein Hoch dem Unstrutweine, den deutschen Rebensaft.
Refrain
Winzerlied vom Herzogsberg
Text: Thomas Schreiber
Musik: Original Saaletaler/Thomas Schreiber
Refrain:
Es glänzt im Glas der Herzogswein,
der Trunk ist eine Wonne,
das gibt es nur am Herzogsberg,
Refrain:
Es glänzt im Glas der Herzogswein,
der Trunk ist eine Wonne,
das gibt es nur am Herzogsberg,
bei Regen und bei Sonne.
1. Der Herzogsberg läd Euch heut ein,
kommt her und laßt Euch nieder,
wir schenken ihn Euch gerne ein,
denn dieser Wein ist wichtig
1. Der Herzogsberg läd Euch heut ein,
kommt her und laßt Euch nieder,
streckt Eure müden Beine aus,
denn Heute kommt nicht wieder.
denn Heute kommt nicht wieder.
Refrain
2. Wenn ihr nicht kennt den Saale-Wein,
dann seid ihr bei uns richtig, wir schenken ihn Euch gerne ein,
denn dieser Wein ist wichtig
Refrain
3. Wir alle hier sind kerngesund,
kommt her und lasst Euch nieder,
das kommt von diesem Weine,
seht nur mal unsere Körper an,
vom Kopf bis an die Beine.
kommt her und lasst Euch nieder,
das kommt von diesem Weine,
seht nur mal unsere Körper an,
vom Kopf bis an die Beine.
Refrain
4. Nun habt ihr schon ein Gläschen leer,
wir woll‘n Euch gern mehr geben,
der Herzogsberg ist unsere Kraft,
und unser ganzer Segen.
Refrain:
wir woll‘n Euch gern mehr geben,
der Herzogsberg ist unsere Kraft,
und unser ganzer Segen.
5. Erhaltet diesen schönen Berg,
und trinkt die edlen Weine,
durch Euer Geld und unseren Fleiß,
tut jeder hier das Seine.
Refrain
und trinkt die edlen Weine,
durch Euer Geld und unseren Fleiß,
tut jeder hier das Seine.
Refrain
Schlesische Weinlieder
Schlesische Weinlieder
- Grünberger Weinlese
- Grünberger Weinlied
- Der schlesische Zecher
- Wo des Oderstromes Welle
- So zieht ihr hin, ihr meine Lieder
- Kennst du die Stadt im schönen Schlesierland
![]() |
| Grünberg - Obst- und Weinstadt des Ostens |
1. Grünberger Weinlese
1. Auf Schlesiens Bergen da wächst und gedeiht
der Wein den fröhlich wir trinken,
der Wein, der uns fesselt die wandernde Zeit.
der Wein, der uns fesselt die wandernde Zeit.
O möge er noch lange uns winken.
2. Es pflanzten die Väter ins öde Geländ ́
2. Es pflanzten die Väter ins öde Geländ ́
die Reben aus Böhmen und Franken
Heut heben der Enkel geschäftige Händ ́
die Humpen, der Winzer zu danken.
3. Wie wundersam klingen das Rebtal entlang
zur Lese in Grünberg die Glocken!
Wie geht es mit Jubel zum sonnigen Hang!
Die Mädchen und Knaben frohlocken.
3. Wie wundersam klingen das Rebtal entlang
zur Lese in Grünberg die Glocken!
Wie geht es mit Jubel zum sonnigen Hang!
Die Mädchen und Knaben frohlocken.
4. Frühmorgens im Nebel schon donnern durchs Tal
die Wagen mit Fässern und Tonnen,
und Freudenschüsse und nachts ein Fanal
und Freudenschüsse und nachts ein Fanal
verkünden ins Weite die Wonnen.
1. Auf grünen Bergen ward geboren
Dir, Schlesier, Dein eigner Wein.
Laßt Gottes Gabe nicht verloren,
Laßt sie Euch lieb und heilsam sein.
2. Laßt seinen Spott, den Spötter treiben,
Der Euch den Wein versauern will;
Nur laßt ihn Mode ferner bleiben,
Dann schweigt der Spott wohl endlich still.
3. Den Schlesier ja selbst verlachte
Bisher man oft wie seinen Wein.
Viel Schönes, Großes er vollbrachte,
Doch räumt's der Nachbar selten ein.
4. Das macht, es fehlt an der Posaune;
Der Schlesier schwatzt, doch schreit er nicht.
Damit es Welt und Zeit bestaune,
An Lärm und Schrei es uns gebricht.
5. Drum lobt und preist den Grüneberger,
Jemehr ein Lästermaul ihn neckt;
Erhebet ihn, wenn er auch ärger
Noch als des Spötters Lauge schmeckt.
6. Doch, daß der Wein in Wahrheit munde,
Viel lieblicher als macher sei,
So schaut nur auf die frohe Runde,
Die seine Traube zieht herbei.
7. Ihr auch, die Ihr den Götterfunken
nur in dem fremden Wein entdeckt,
Habt unbewußt ihn oft getrunken,
Oft hat als Franz er Euch geschmeckt.
8. Oft trankt Ihr Schlesischen als Welschen,
Laßt umgekehrt es endlich sein;
Laßt nicht die Heimat Euch verfälschen,
Trinkt eignen für den fremden Wein.
9. Durch Beifall wird er edler werden,
Der Trinker gibt dem Weine Wert;
Und besser wird ja nichts auf Erden,
Wenn Ihr's zu bessern nicht begehrt.
Text: August Kopisch, 1845
Melodie: Friedrich August Reissiger
YouTube: Peter Alexander
1. Auf Schlesiens Bergen, da wächst ein Wein,
Der braucht nicht Hitze, nicht Sonnenschein.
Ob's Jahr ist schlecht, ob's Jahr ist gut,
Da trinkt man fröhlich der Trauben Blut.
2. Da lag ich einmal vor'm vollen Faß.
Ein andrer soll mir trinken das,
So rief ich, und sollt's der Teufel sein,
Ich trink ihn nieder mit solchem Wein!
3. Kennst du die Stadt, wo stolz ins Land hinein
Dich grüßen alte grünbedachte Türme?
Auf grünem Berge im Piastenhain
Ein heitres Volk noch singt von Lieb‘ und Wein,
Ob rings auch toben wilde Zeitenstürme? –
2. Grünberger Weinlied
Um 1826 (gesungen nach dem Weinlied von Novalis "Lob des Weines - Auf grünen Bergen ward geboren")1. Auf grünen Bergen ward geboren
Dir, Schlesier, Dein eigner Wein.
Laßt Gottes Gabe nicht verloren,
Laßt sie Euch lieb und heilsam sein.
2. Laßt seinen Spott, den Spötter treiben,
Der Euch den Wein versauern will;
Nur laßt ihn Mode ferner bleiben,
Dann schweigt der Spott wohl endlich still.
3. Den Schlesier ja selbst verlachte
Bisher man oft wie seinen Wein.
Viel Schönes, Großes er vollbrachte,
Doch räumt's der Nachbar selten ein.
4. Das macht, es fehlt an der Posaune;
Der Schlesier schwatzt, doch schreit er nicht.
Damit es Welt und Zeit bestaune,
An Lärm und Schrei es uns gebricht.
5. Drum lobt und preist den Grüneberger,
Jemehr ein Lästermaul ihn neckt;
Erhebet ihn, wenn er auch ärger
Noch als des Spötters Lauge schmeckt.
6. Doch, daß der Wein in Wahrheit munde,
Viel lieblicher als macher sei,
So schaut nur auf die frohe Runde,
Die seine Traube zieht herbei.
7. Ihr auch, die Ihr den Götterfunken
nur in dem fremden Wein entdeckt,
Habt unbewußt ihn oft getrunken,
Oft hat als Franz er Euch geschmeckt.
8. Oft trankt Ihr Schlesischen als Welschen,
Laßt umgekehrt es endlich sein;
Laßt nicht die Heimat Euch verfälschen,
Trinkt eignen für den fremden Wein.
9. Durch Beifall wird er edler werden,
Der Trinker gibt dem Weine Wert;
Und besser wird ja nichts auf Erden,
Wenn Ihr's zu bessern nicht begehrt.
3. Der schlesische Zecher
Text: August Kopisch, 1845
Melodie: Friedrich August Reissiger
YouTube: Peter Alexander
1. Auf Schlesiens Bergen, da wächst ein Wein,
Der braucht nicht Hitze, nicht Sonnenschein.
Ob's Jahr ist schlecht, ob's Jahr ist gut,
Da trinkt man fröhlich der Trauben Blut.
2. Da lag ich einmal vor'm vollen Faß.
Ein andrer soll mir trinken das,
So rief ich, und sollt's der Teufel sein,
Ich trink ihn nieder mit solchem Wein!
3. Und wie noch das letzte Wort verhallt,
Des Satans Tritt durch den Keller schallt.
He, Freund, gewinn ich, so bist du mein;
Ich geh, so ruft er, die Wette ein!
4. Da wurde manch Krüglein leer gemacht;
Wir tranken beinah die halbe Nacht.
Da lallte der Teufel: He, Kamerad,
Beim Fegefeuer, jetzt hab ich's satt!
5. Ich trank vor hundert Jahren in Prag
Mit den Studenten dort Nacht und Tag,
Doch mehr zu trinken solch sauren Wein,
Müßt ich ein geborner Schlesier sein!
1. Wo des Oderstromes Welle
Schlesien grüßt zum letztenmal,
Stand ich oft an trauter Stelle,
Sah vom grünen Berg ins Tal,
Auf die Stadt, die mir gegeben
Vom Geschick, mein Heim zu sein,
Die ich in stillen Stunden sang,
Und weckt in andern Herzen wieder,
Was tief mein eignes Herz durchdrang!
Der Heimat galt mein erstes Singen –
Mein Grünberg, dir und deinem Wein!
Dich sucht mein Geist auf Adler-Schwingen,
Wenn ich muß ferne von dir sein.
Der Lieb und Treu, dem Vaterlande
Hab ich so manches Lied geweiht,
Ich pflegte enge Freundschschaftsbande
Durch Lieder in der Jugendzeit.
So ziehet hin – und wenn von allen
Nur eins mich überlebt – nur eins –,
Dann schau ich noch mit Wohlgefallen
Hernieder aus des Himmels Hallen
Aufs Wunderland des Schlesierweins!
1. Kennst du die Stadt im schönen Schlesierland,
Im linden Lenz umkränzt mit Rebenlaube,
Wo hoffnungsvoll noch senkt des Winzers Hand
Den Weinstock in den sonnenhellen Sand?
Des Satans Tritt durch den Keller schallt.
He, Freund, gewinn ich, so bist du mein;
Ich geh, so ruft er, die Wette ein!
4. Da wurde manch Krüglein leer gemacht;
Wir tranken beinah die halbe Nacht.
Da lallte der Teufel: He, Kamerad,
Beim Fegefeuer, jetzt hab ich's satt!
5. Ich trank vor hundert Jahren in Prag
Mit den Studenten dort Nacht und Tag,
Doch mehr zu trinken solch sauren Wein,
Müßt ich ein geborner Schlesier sein!
4. Wo des Oderstromes Welle
Schlesien grüßt zum letztenmal,
Stand ich oft an trauter Stelle,
Sah vom grünen Berg ins Tal,
Auf die Stadt, die mir gegeben
Vom Geschick, mein Heim zu sein,
"Wo die Berge tragen Reben
und die Reben goldnen Wein."
2. Manchen Spott hast du ertragen,
Doch du kehrtest dich nicht dran,
Tat man auch in frühen Tagen
Deinen Wein in Acht und Bann.
Wackre Winzer schafften weiter
Für die Rebe gut Gedeih'n
Und so trinkt man froh und heiter
Heut' noch deinen "Höhenwein".
3. Grünbergs alte Mauern spiegeln
Freilich sich in keinem Strom,
Burgen ragen von den Hügeln
Nicht hinauf zum Himmelsdom;
Doch es rauschen Bächlein nieder
Von den weinumkränzten Höh'n
Und beim Wein erschallen Lieder;
Rebenstadt, auch du bist schön.
4. Blumenreich sind deine Auen,
Reich an schönen Mägdelein,
Und zum Preis der edlen Frauen
Trinken wir Champagnerwein;
Den die Heimat uns gegeben,
Holdes Mädchen, schenk mir ein,
"Wo die Berge tragen Reben
und die Reben goldnen Wein."
5. So zieht ihr hin, ihr meine Lieder
So zieht denn hin, ihr meine Lieder,Die ich in stillen Stunden sang,
Und weckt in andern Herzen wieder,
Was tief mein eignes Herz durchdrang!
Der Heimat galt mein erstes Singen –
Mein Grünberg, dir und deinem Wein!
Dich sucht mein Geist auf Adler-Schwingen,
Wenn ich muß ferne von dir sein.
Der Lieb und Treu, dem Vaterlande
Hab ich so manches Lied geweiht,
Ich pflegte enge Freundschschaftsbande
Durch Lieder in der Jugendzeit.
So ziehet hin – und wenn von allen
Nur eins mich überlebt – nur eins –,
Dann schau ich noch mit Wohlgefallen
Hernieder aus des Himmels Hallen
Aufs Wunderland des Schlesierweins!
6. Kennst du die Stadt im schönen Schlesierland
1. Kennst du die Stadt im schönen Schlesierland,
Im linden Lenz umkränzt mit Rebenlaube,
Wo hoffnungsvoll noch senkt des Winzers Hand
Den Weinstock in den sonnenhellen Sand?
Wo goldig winkt im Herbst die edle Traube?
Wo Frohsinn immer eine Stätte fand?
Kennst du die Stadt, wo maientraumbefangen
In reinem Blütenschnee die Gärten prangen,
Wenn rings im Hain der Nachtigallen
Süßklagende Lieder schallen?
Die teure Heimat ist's mit ihren Höh'n!
Heil Grünberg dir, wie bist du schön!
2. Kennst du die Stadt, wo überm "Goldnen" Bach
Aufragen mächtige alte Walnussbäume?
Wo Reben grünen bis hinauf zum Dach?
Im Herzen rufen sie dir Bilder wach
Vom fernen Süden, aus dem Land der Träume,
Und du vergisst es Alltags Ungemach.
In Sonnentagen sangen sie dir leise
Mit Blatt und Blüte manche traute Weise,
Wenn fröhlich du beim Glockenklange
Schnittest Trauben am Bergeshange! -
Die teure Heimat ist's mit ihren Höh'n!
Heil Grünberg dir, wie bist du schön!
3. Kennst du die Stadt, wo stolz ins Land hinein
Dich grüßen alte grünbedachte Türme?
Auf grünem Berge im Piastenhain
Ein heitres Volk noch singt von Lieb‘ und Wein,
Ob rings auch toben wilde Zeitenstürme? –
Wo Werkstattschlote glühn im Abendschein?
Wo arbeitsame Männer, emsige Frauen
Der eignen Kraft noch hoffnungsfreudig trauen
Und gern in Worten und in Weisen
Die liebliche Heimat preisen? –
Wo arbeitsame Männer, emsige Frauen
Der eignen Kraft noch hoffnungsfreudig trauen
Und gern in Worten und in Weisen
Die liebliche Heimat preisen? –
Mein Grünberg ist’s mit seinen Rebenhöh’n. –
Heil Grünberg dir, wie bist du schön!
Heil Grünberg dir, wie bist du schön!
Thüringer Weinlieder
Thüringer Weinlieder
Erfurter Weinlied
Aus Cl. Liebeskind: Der Weinbau in den Ortschaften des ehemaligen Erfurter Gebietes in früherer Zeit, Hopfgarten 1912
1. Von vielen wird der Rheinwein hoch erhoben,
s' ist auch ein schöner Wein;
Doch darf ich auch wohl meinen Landsmann loben,
Erfurter edlen Wein.
2. Freund Asmus singt: „Thüringens Berge bringen
Gewächs, sieht aus wie Wein.“ –
Ihm aber schenkte man, dabei zu singen,
nur Jen'schen Krätzer ein.
3. Ha, sollt' ich ihn, den lieben Sänger, sehen
in meiner Vaterstadt,
mit ihm würd' ich zu manchem Freunde gehen,
der Mutterfäßchen hat.
4. Ihn ließ er sicher nicht im Glas verdunsten,
er zechte, schlürfte tief.
Ich ruhte nicht, bis er zu unseren Gunsten
die Verse widerrief.
5. Ja, hätt' er nur – er würde gern ihn nehmen –
ein Stückfaß je geerbt.
Prahlt er schon nicht, wie der im großen Bremen,
mit Heidelbeer' gefärbt,
6. so gut, als wie sein Nachbar an der Saale
bei Naumburg ist auch er.
Versetzt mit Kirschessenz, als Weinkaltschale
mit Zwieback, Zimt, Erdbeer
7. und Zucker angemacht und aufgetragen,
gibt er ein trefflich Mahl,
und wird gewiß dem lieben Gast behagen
so wie in dem Pokal.
8. Fragst, Fremdling, du: „Wo wachsen diese Reben?"
So sieh nur um dich, Freund!
Von Nebenbergen ist die Stadt umgeben,
wohin die Sonne scheint.
9. Ich nenne dir nur kürzlich zum Exempel
den Katz- und Rothenberg.
Die Daberstädter bauten ihren Tempel
auf einen Rebenberg.
10. Sankt Cyriax birgt seine Invaliden
vor aller Lebensmüh',
und unter ihm stärkt sein Gewächs die Müden
bald und erheitert sie.
11. Das Borntal gibt nebst einer Silberquelle
auch geist'gen Labetrank.
Freund Bacchus und sein lustiger Geselle
beginnt dort manchen Schwank.
12. Am Stollberg hängt man nicht mehr arme Sünder
aus Gram und Grillen hin;
kein Rabe krächzt; des Bacchus Lieblingskinder
sehn hier den Weinstock blühn.
13. Bei Tiefthal schlingen sich die edlen Ranken
des Weinstocks um den Pfahl;
vom Traubensaft-Genuss entflieht dem Kranken
die Welt als Jammerthal.
14. Die Schwellenburg – man sieht sie schon von weitem –
wo das Kaninchen heckt,
gibt Wein, der, traun zu allen Tageszeiten
dem Gaumen lieblich schmeckt.
15. Walschleben, Mölsen, Ollendorf, Hopfgarten,
Schwerborn, Zimmern infra,
Töttleben, Marbach liefert manche Arten
von Wein, wie Witterda.
16. Großvarguls, Dachwigs, Vippachs Berge geben
nur wenig guten Wein;
allein man pflegt hier spärlich diese Reben.
Kleinbrembachs Berg ist klein.
17. Da, wo die Winzer nicht den Berg behacken,
nichts von der Kelter fleußt,
wächst Korn und Weizen, Zwieback aus zu backen,
den man zum Wein verspeist.
18. Ist unser Wein kein Muskat, kein Burgunder,
Liebfrauen-Milch und -Stein,
so trinken wir und sind gesund und munter,
ein Glas Erfurter Wein.
19. Denn ach, der Rhein, kehrt hämisch seinen Rücken
uns zu, sein Weingesicht
den Fremden hin; wir sehn's mit trüben Blicken,
allein wir grollen nicht.
Frankenweinlieder
Frankenweinlieder
1. Die Schöppli hier in Franken (Schütt de Brüh noo!)
1. Die Schöppli hier in Franken,
die schmecken wunderbar!
Du musst sie nur probieren,
dann wird dir sonnenklar:
Silvaner, Müller, Riesling,
die funkeln in dem Glas.
Komm her zu mir, dann siehst auch Du:
Die kann mer arch guet nei laff lass:
Schütt de Brüh noo, schütt de Brüh
noo, schütt de Brüh noo!
2. Tief drunt im kühlen Keller,
da gluckert es im Fass.
Ein junges, frisches Tröpfle,
ich glebb, des macht uns Spaß!
Drum lasst es uns genießen,
a Brotzeit gehört dazu
und wenn dann noch die Musik spielt,
mein Freund,
dann singst auch Du:
Schütt de Brüh noo, schütt de Brüh
noo, schütt de Brüh noo!
3. Es hockt der alte Häcker
im Wengert auf der Bank.
Sieht um sich rum die Reben,
sagt seinem Herrgott Dank
für all die vielen Jahre,
es ging mal so, mal so.
Er hebt den Schoppen in die Höh
und stimmet an ganz froh:
Schütt de Brüh noo, schütt de Brüh
noo, schütt de Brüh noo!
4. Kommt aus dem hohen Norden
ein Gast ins Franken-Land,
er will hier Urlaub machen,
Ihr wisst, was er hier fand:
Es Käppele, die Residenz,
ne Weinprobe dazu.
Er stürzt auf Ex die Schoppe runter,
grinst dabei und singt ganz munter:
Schütte die Brühe hinunter!
Schütte die Brühe hinunter!
5. Die allerbesten Schöppli,
das weiß jedermann,
in diesen Orten Frankens
der Genießer finden kann:
aus Würzburg, Sommerhausen,
Theilheim, Sommerach,
da komme guete Tröpfli her,
des is doch gar kee Fraach!
Schütt de Brüh noo, schütt de Brüh
noo, schütt de Brüh noo!
6. Auf Bundsandstein, auf Muschelkalk,
auf Keuper wächst der Wein,
gelesen und gekeltert
kommt er in Bocksbeutel rein.
Schon Goethe wurd‘ verdrießlich,
fehlt‘ ihm Würzburger Stein.
Kaum trank er ihn,
da ward er froh und rief ganz laut: … Chapeau!!
Schütt de Brüh noo, schütt de Brüh
noo, schütt de Brüh noo!
7. Im Rahmen der Initiative zur effektiven
Sucht-Prävention
verweisen wir darauf: Sieben Schoppen reichen schon
zum Verlust der Muttersprache
und der Bewegungs-Ko-ordi-na-tion.
Es schadet uns,
das Zeug muss weg,
das Fazit lautet so:
Schütt de Brüh noo, schütt de Brüh
noo, schütt de Brüh noo!
8. Ein lauer Sommer-Abend
mit Freunden drunt am Mee:
grillen, chillen, a Schöpple killen,
des is wunderschö!
Statt im Hörsaal zu pauken,
zieht's junge Leut dorthin.
Des macht die Studentli froh
und Professoren ebenso!
Schütt de Brüh noo, schütt de Brüh
noo, schütt de Brüh noo!
9. Komm isch in Land von Fraankönwein
schenk isch mir gern ein Schöppsche ein.
Mein liebstör Wein, die Do-mi-na,
die find isch einfach wundörbar.
Ob Petör, Egon, ob Karl-(H)einz:
Amour, je t‘aime, mein Herz ist deins,
Ob Franken, Alsace, ob Bordeaux,
ob Scheuröbe, Müller-Thürgoo
Schütt de Brüh noo, schütt de Brüh
noo, schütt de Brüh noo!
10. Die Bierla rund um Bamberg,
die sind wohlbekannt.
In jedem Dorf a Brauerei
gibt's sonst in keinem Land.
Dort geht mer AUF die Keller
‘s Bierla kühlt den Hals.
Des Bier schmeckt gut, viel besser als
des Zoigl aus der O-ber-pfalz.
Schütt de Brüh noo, schütt de Brüh
noo, schütt de Brüh noo!
11. Freibier schmeckt am besten,
das liebt jedermann, denn
da darf man trinken,
so viel ein jeder kann.
Wir alle dürfen zechen,
der Spender der darf blechen.
Nach Haus ich mir dann überleg:
der, der schwankt, hat mehr vom Weg.
Schütt de Brüh noo, schütt de Brüh
noo, schütt de Brüh noo!
12. Komm ich vorbei am Wirtshaus,
kann ich nicht widerstehn.
Und wenn ich später rausgeh,
kann ich wieder nicht stehn.
Woran mag das wohl liegen?
Das liegt doch auf der Hand:
Bei Dir der Kopf, bei mir die Bein:
In's schwächste Glied,
da fährt es rein!
Schütt de Brüh noo, schütt de Brüh
noo, schütt de Brüh noo!
2. Frankenwein und Sonnenschein
3. Lied der Franken
Text:Joseph Victor von Scheffel (1859)
Melodie von Valentin Eduard Becker (1861)
1. Wohlauf, die Luft geht frisch und rein,
wer lange sitzt, muss rosten.
Den allerschönsten Sonnenschein
lässt uns der Himmel kosten.
Jetzt reicht mir Stab und Ordenskleid
der fahrenden Scholaren.
Ich will zur schönen Sommerszeit
ins Land der Franken fahren,
valeri, valera, valeri, valera,
ins Land der Franken fahren!
2. Der Wald steht grün,
die Jagd geht gut,
schwer ist das Korn geraten.
Sie können auf des Maines Flut
die Schiffe kaum verladen.
Bald hebt sich auch das Herbsten an,
die Kelter harrt des Weines.
Der Winzer Schutzherr Kilian
beschert uns etwas Feines,
valeri, valera, valeri, valera,
beschert uns etwas Feines.
3. Wallfahrer ziehen durch das Tal
mit fliegenden Standarten.
Hell grüßt ihr doppelter Choral
den weiten Gottesgarten.
Wie gerne wär’ ich mitgewallt,
ihr Pfarr’ wollt mich nicht haben!
So muss ich seitwärts durch den Wald
als räudig Schäflein traben,
valeri, valera, valeri, valera,
als räudig Schäflein traben.
4. Zum heil’gen Veit von Staffelstein
komm ich empor gestiegen,
und seh’ die Lande um den Main
zu meinen Füßen liegen.
Von Bamberg bis zum Grabfeldgau
umrahmen Berg und Hügel
die breite stromdurchglänzte Au.
Ich wollt’, mir wüchsen Flügel,
valeri, valera, valeri, valera,
ich wollt’, mir wüchsen Flügel.
5. Einsiedelmann ist nicht zu Haus’,
dieweil es Zeit zu mähen.
Ich seh’ ihn an der Halde drauß’
bei einer Schnitt’rin stehen.
Verfahr’ner Schüler Stoßgebet
heißt: Herr, gib uns zu trinken!
Doch wer bei schöner Schnitt’rin steht,
dem mag man lange winken,
valeri, valera, valeri, valera,
dem mag man lange winken.
6. Einsiedel, das war missgetan,
dass du dich hubst von hinnen!
Es liegt, ich seh’s dem Keller an,
ein guter Jahrgang drinnen.
Hoiho, die Pforten brech’ ich ein
und trinke, was ich finde.
Du heil’ger Veit von Staffelstein
verzeih mir Durst und Sünde,
valeri, valera, valeri, valera,
verzeih mir Durst und Sünde!
Weitere deutsche Weinlieder
Weitere deutsche Weinlieder
Übersicht
- Als Noah aus dem Kasten war
- An die Freude
(Freude, schöner Götterfunken) - Aus dem Schenkenbuch (Saki Nameh)
(Sitz ich allein, wo kann ich besser sein) - Aus Feuer ward der Geist geschaffen
- Blanke, schlanke, Kellnerin
(Die schöne Kellnerin aus Bacharach) - Bringt mir Blut der edlen Reben
- Brüder, lass uns lustig sein
- Burschenlust
(Der Mai ist gekommen) - Das Lied vom Wein
- Der Tod und der Mediziner
(Gestern, Brüder, könnt ihr 's glauben) - Die 1888er Weine
- Ein König ist der Wein
- Festgelage
- Guter Mann, du gehst so stille
- Herbstlied
(Bunt sind schon die Wälder) - Herr Durst
(Herr Durst ist ein gestrenger Mann) - Immer feucht sei meine Kehle
- In jedem vollen Becher Wein
- Lob des Weines
- Lustig, lustig, ihr lieben Brüder
- Martinslied
- Muskatellerlied
(Den liebsten Buhlen, den ich han) - Roter Wein im Becher
- Sitz ich in frohem Zecherkreise
- Trinklied
(So lang man nüchtern ist, gefällt das Schlechte) - Wann muss man trinken?
- Trinklied
(Ohne Wein wär' dieses Leben tragisch) - Weinlied
(Fein, fein schmeckt uns der Wein) - Weinlied
(Gläser klingen, Nektar glüht) - Weinmarsch
(Gesellen, nehmt das Glas zur Hand) - Wohlauf noch getrunken
1. Als Noah aus dem Kasten war
Text: Als Noah aus dem Kasten war (Historie von Noah),
August Kopisch 1834 in Auswahl Deutscher Gedichte,
August Kopisch 1834 in Auswahl Deutscher Gedichte,
Hermann Kluge, Verlag Oskar BondeAltenburg, 1908, p 333
Melodie: Karl Gottlieb Reissiger 1827
Musikvideo, Andreas Gronau: YouTube
Musikvideo, Andreas Gronau: YouTube
1. Als Noah aus dem Kasten war,
Da trat zu ihm der Herre dar,
Der roch des Noäh Opfer fein
Und sprach:“ Ich will dir gnädig sein,
Und, weil du so ein frommes Haus,
So bitt’ dir selbst die Gnaden aus!“
2. Fromm Noah sprach:“Ach lieber Herr,
Das Wasser schmeckt mir gar nich sehr,
Dieweil darin ersäufet sind
All’ sündhaft Vieh und Menschenkind;
Drum möcht ich armer alter Mann
Ein anderweit Getränke ha’n.“
3. Da griff der Herr ins Paradies
Und gab ihm einen Weinstock süss
Und sprach:“ Den sollsest du pflegen sehr!“
Und gab ihm guten Rat und Lehr,
Und wies ihm alles so und so:
Der Noah ward ohn’ Massen froh.
4. Und rief zusammen Weib und Kind,
Dazu sein ganzes Hausgesind,
Pflanzt Weinberg rings um sich herum;
Der Noah war fürwahr nicht dumm!
Baut Keller dann und presst den Wein
Und füllt ihn gar in Fässer ein.
5. Der Noah war ein frommer Mann,
Stach ein Fass nach dem andern an
Und trank es aus, zu Gottes Ehr:
Das macht ihm eben kein Beschwer.
Er trank, nachdem die Sündflut war
Dreihundert noch und fünfzig Jahr.
Nützliche Lehre
6. Er kluger Mann hieraus ersicht,
Dass Weins Genuss ihm schadet nicht;
Und item, dass ein guter Christ
In Wein niemalen Wasser giesst,
Dieweil darin ersäufet sind
All sündhaft Vieh und Menschenkind.
2. An die Freude
Text: Friedrich Schiller
Melodie: Ludwig van Beethoven
Musikvideo: YouTube
Musikvideo: YouTube
1. Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elysium,Wir betreten feuertrunken
Himmlische, dein Heiligtum.
Deine Zauber binden wieder,
Was der Mode Schwert geteilt;
Bettler werden Fürstenbrüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.
Chor
Seid umschlungen, Millionen!
Diesen Kuß der ganzen Welt!
Brüder – überm Sternenzelt
Muß ein lieber Vater wohnen.
2. Wem der große Wurf gelungen,
Eines Freundes Freund zu sein;
Wer ein holdes Weib errungen,
Mische seinen Jubel ein!
Ja – wer auch nur eine Seele
Sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wers nie gekonnt, der stehle
Weinend sich aus diesem Bund!
Chor
Was den großen Ring bewohnet,
Huldige der Sympathie!
Zu den Sternen leitet sie,
Wo der Unbekannte thronet.
3. Freude trinken alle Wesen
An den Brüsten der Natur,
Alle Guten, alle Bösen
Folgen ihrer Rosenspur.
Küsse gab sie uns und Reben,
Einen Freund, geprüft im Tod.
Wollust ward dem Wurm gegeben,
Und der Cherub steht vor Gott.
Chor
Ihr stürzt nieder, Millionen?
Ahndest du den Schöpfer, Welt?
Such ihn überm Sternenzelt,
Über Sternen muß er wohnen.
4. Freude heißt die starke Feder
In der ewigen Natur.
Freude, Freude treibt die Räder
In der großen Weltenuhr.
Blumen lockt sie aus den Keimen,
Sonnen aus dem Firmament,
Sphären rollt sie in den Räumen,
Die des Sehers Rohr nicht kennt.
Chor
Froh, wie seine Sonnen fliegen,
Durch des Himmels prächtgen Plan,
Laufet, Brüder, eure Bahn,
Freudig wie ein Held zum Siegen.
5. Aus der Wahrheit Feuerspiegel
Lächelt sie den Forscher an.
Zu der Tugend steilem Hügel
Leitet sie des Dulders Bahn.
Auf des Glaubens Sonnenberge
Sieht man ihre Fahnen wehn,
Durch den Riß gesprengter Särge
Sie im Chor der Engel stehn.
Chor
Duldet mutig, Millionen!
Duldet für die beßre Welt!
Droben überm Sternenzelt
Wird ein großer Gott belohnen.
6, Göttern kann man nicht vergelten,
Schön ists, ihnen gleich zu sein.
Gram und Armut soll sich melden,
Mit den Frohen sich erfreun.
Groll und Rache sei vergessen,
Unserm Todfeind sei verziehn,
Keine Träne soll ihn pressen,
Keine Reue nage ihn.
Chor
Unser Schuldbuch sei vernichtet!
Ausgesöhnt die ganze Welt!
Brüder – überm Sternenzelt
Richtet Gott, wie wir gerichtet.
7. Freude sprudelt in Pokalen,
In der Traube goldnem Blut
Trinken Sanftmut Kannibalen,
Die Verzweiflung Heldenmut – –
Brüder, fliegt von euren Sitzen,
Wenn der volle Römer kreist,
Laßt den Schaum zum Himmel sprützen:
Dieses Glas dem guten Geist.
Chor
Den der Sterne Wirbel loben,
Den des Seraphs Hymne preist,
Dieses Glas dem guten Geist
Überm Sternenzelt dort oben!
8. Festen Mut in schwerem Leiden,
Hülfe, wo die Unschuld weint,
Ewigkeit geschwornen Eiden,
Wahrheit gegen Freund und Feind,
Männerstolz vor Königsthronen –
Brüder, gält es Gut und Blut, –
Dem Verdienste seine Kronen,
Untergang der Lügenbrut!
Chor
Schließt den heilgen Zirkel dichter,
Schwört bei diesem goldnen Wein:
Dem Gelübde treu zu sein,
Schwört es bei dem Sternenrichter!
9. Rettung von Tyrannenketten,
Großmut auch dem Bösewicht,
Hoffnung auf den Sterbebetten,
Gnade auf dem Hochgericht!
Auch die Toten sollen leben!
Brüder trinkt und stimmet ein,
Allen Sündern soll vergeben,
Und die Hölle nicht mehr sein.
Chor
Eine heitre Abschiedsstunde!
Süßen Schlaf im Leichentuch!
Brüder – einen sanften Spruch
Aus des Totenrichters Munde!
Text: J.W. von Goethe: Öst-westlicher Divan, 1819
Musikvideos: Sitz ich allein: YouTube
...
Sitz ich allein,
Wo kann ich besser sein?
Meinen Wein
Trink ich allein;
Und niemand setzt mir Schranken;
Ich hab so meine eignen Gedanken.
...
Daß aber der Wein von Ewigkeit sei,
Daran zweifl ich nicht;
Oder daß er von den Engeln geschaffen sei,
Ist vielleicht auch kein Gedicht.
Der Trinkende, wie es auch immer sei,
Blickt Gott frischer ins Angesicht.
Trunken müssen wir alle sein!
Jugend ist Trunkenheit ohne Wein;
Trinkt sich das Alter wieder zu Jugend,
So ist es wundervolle Tugend.
Für Sorgen sorgt das liebe Leben
Und Sorgenbrecher sind die Reben.
Soll denn doch getrunken sein,
Trinke nur vom besten Wein!
Doppelt wärst du ein Ketzer
In Verdammnis um den Krätzer.
Solang man nüchtern ist,
Gefällt das Schlechte;
Wie man getrunken hat,
Weiß man das Rechte;
Nur ist das Übermaß
Auch gleich zu Handen,
Hafis, o lehre mich,
Wie du's verstanden!
Denn meine Meinung ist
Nicht übertrieben:
Wenn man nicht trinken kann,
Soll man nicht lieben,
Doch sollt ihr Trinker euch
Nicht besser dünken:
Wenn man nicht lieben kann,
Soll man nicht trinken.
...
Schön ists, ihnen gleich zu sein.
Gram und Armut soll sich melden,
Mit den Frohen sich erfreun.
Groll und Rache sei vergessen,
Unserm Todfeind sei verziehn,
Keine Träne soll ihn pressen,
Keine Reue nage ihn.
Chor
Unser Schuldbuch sei vernichtet!
Ausgesöhnt die ganze Welt!
Brüder – überm Sternenzelt
Richtet Gott, wie wir gerichtet.
7. Freude sprudelt in Pokalen,
In der Traube goldnem Blut
Trinken Sanftmut Kannibalen,
Die Verzweiflung Heldenmut – –
Brüder, fliegt von euren Sitzen,
Wenn der volle Römer kreist,
Laßt den Schaum zum Himmel sprützen:
Dieses Glas dem guten Geist.
Chor
Den der Sterne Wirbel loben,
Den des Seraphs Hymne preist,
Dieses Glas dem guten Geist
Überm Sternenzelt dort oben!
8. Festen Mut in schwerem Leiden,
Hülfe, wo die Unschuld weint,
Ewigkeit geschwornen Eiden,
Wahrheit gegen Freund und Feind,
Männerstolz vor Königsthronen –
Brüder, gält es Gut und Blut, –
Dem Verdienste seine Kronen,
Untergang der Lügenbrut!
Chor
Schließt den heilgen Zirkel dichter,
Schwört bei diesem goldnen Wein:
Dem Gelübde treu zu sein,
Schwört es bei dem Sternenrichter!
9. Rettung von Tyrannenketten,
Großmut auch dem Bösewicht,
Hoffnung auf den Sterbebetten,
Gnade auf dem Hochgericht!
Auch die Toten sollen leben!
Brüder trinkt und stimmet ein,
Allen Sündern soll vergeben,
Und die Hölle nicht mehr sein.
Chor
Eine heitre Abschiedsstunde!
Süßen Schlaf im Leichentuch!
Brüder – einen sanften Spruch
Aus des Totenrichters Munde!
3. Aus dem Schenkenbuch (Saki Nameh)
Text: J.W. von Goethe: Öst-westlicher Divan, 1819
Musikvideos: Sitz ich allein: YouTube
...
Sitz ich allein,
Wo kann ich besser sein?
Meinen Wein
Trink ich allein;
Und niemand setzt mir Schranken;
Ich hab so meine eignen Gedanken.
...
Daß aber der Wein von Ewigkeit sei,
Daran zweifl ich nicht;
Oder daß er von den Engeln geschaffen sei,
Ist vielleicht auch kein Gedicht.
Der Trinkende, wie es auch immer sei,
Blickt Gott frischer ins Angesicht.
Trunken müssen wir alle sein!
Jugend ist Trunkenheit ohne Wein;
Trinkt sich das Alter wieder zu Jugend,
So ist es wundervolle Tugend.
Für Sorgen sorgt das liebe Leben
Und Sorgenbrecher sind die Reben.
Da wird nicht mehr nachgefragt,
Wein ist ernstlich untersagt.Soll denn doch getrunken sein,
Trinke nur vom besten Wein!
Doppelt wärst du ein Ketzer
In Verdammnis um den Krätzer.
Solang man nüchtern ist,
Gefällt das Schlechte;
Wie man getrunken hat,
Weiß man das Rechte;
Nur ist das Übermaß
Auch gleich zu Handen,
Hafis, o lehre mich,
Wie du's verstanden!
Denn meine Meinung ist
Nicht übertrieben:
Wenn man nicht trinken kann,
Soll man nicht lieben,
Doch sollt ihr Trinker euch
Nicht besser dünken:
Wenn man nicht lieben kann,
Soll man nicht trinken.
...
4. Aus Feuer ward der Geist geschaffen
1. Aus Feuer ward der Geist geschaffen,
drum schenkt mir süßes Feuer ein,
Die Lust der Lieder und der Waffen,
die Lust der Liebe schenket ein,
Der Traube süßes Sonnenblut,
das Wunder glaubt und Wunder thut!
2. Was soll ich mit dem Zeuge machen,
dem Wasser, ohne Saft und Kraft?
Gemacht für Frösche, Kröten, Drachen
und für die ganze Würmerschaft?
Für Menschen muß es frischer sein,
drum schenket Wein und bringet Wein.
3. O Wonnesaft der edlen Reben,
o Gegengift für jede Pein!
Wie matt und wässrig wär das Leben,
wie ohne Stern und Sonnenschein,
Wenn du, der einzig leuchten kann,
nicht zündest deine Lichter an.
4. Es wären Glaube, Liebe, Hoffen
und alle Herzens Herrlichkeit
In nassem Jammer längst ersoffen
und alles Leben hieße Leid,
Wärst du nicht in der Wassersnot
des Mutes Sporn, der Sorge Tod.
5. Drum dreimal Ruf und Klang gegeben,
ihr frohen Brüder, stimmet an:
Dem frischen, kühlen Wind im Leben,
der Schiff und Segel treiben kann!
Ruft Wein, klingt Wein und aber Wein!
und trinket aus und schenket ein.
Text: Friedrich Hieronymus Truhn (1811 - 1886)
1. Blanke, schlanke Kellnerin
Blanke, schlanke Kellnerin,
drum schenkt mir süßes Feuer ein,
Die Lust der Lieder und der Waffen,
die Lust der Liebe schenket ein,
Der Traube süßes Sonnenblut,
das Wunder glaubt und Wunder thut!
2. Was soll ich mit dem Zeuge machen,
dem Wasser, ohne Saft und Kraft?
Gemacht für Frösche, Kröten, Drachen
und für die ganze Würmerschaft?
Für Menschen muß es frischer sein,
drum schenket Wein und bringet Wein.
3. O Wonnesaft der edlen Reben,
o Gegengift für jede Pein!
Wie matt und wässrig wär das Leben,
wie ohne Stern und Sonnenschein,
Wenn du, der einzig leuchten kann,
nicht zündest deine Lichter an.
4. Es wären Glaube, Liebe, Hoffen
und alle Herzens Herrlichkeit
In nassem Jammer längst ersoffen
und alles Leben hieße Leid,
Wärst du nicht in der Wassersnot
des Mutes Sporn, der Sorge Tod.
5. Drum dreimal Ruf und Klang gegeben,
ihr frohen Brüder, stimmet an:
Dem frischen, kühlen Wind im Leben,
der Schiff und Segel treiben kann!
Ruft Wein, klingt Wein und aber Wein!
und trinket aus und schenket ein.
5. Blanke, schlanke Kellnerin (Die schöne Kellnerin von Bacharach)
Text: Friedrich Hieronymus Truhn (1811 - 1886)
1. Blanke, schlanke Kellnerin
Blanke, schlanke Kellnerin,
Blank und schlank sind deine Flaschen,
Blanker, schlanker ist dein Leib.
Laß mich trinken, laß mich naschen
Sorgenbann und Leidvertreib!
2. Blanke, schlanke Kellnerin,
Zum Umspannen ist dein Mieder
Mit vier Fingern ohn' Beschwer.
Fülle mir den Schoppen wieder!
Mit vier Zügen ist er leer.
Blanke, schlanke Kellnerin,
3. Schlanke Leibchen hab' ich gerne,
Aber schlanke Flaschen nicht,
Dank dem durstig heißen Sterne,
Unter dem ich trat an's Licht.
Blanke, schlanke Kellnerin,
Fordr' ich doch den schlanksten Schoppen,
4. Sage nicht, ich sei ein Thor.
Denn er zaubert, mich zu foppen,
Deinen schlanken Leib mir vor.
Blanke, schlanke Kellnerin,
Schlanke Flaschen dir behagen,
Ob ihr Glas auch leicht zerbricht:
5. Schlanke Leibchen, laß dir sagen,
Knacken wohl, doch brechen nicht.
Blanke, schlanke Kellnerin,
Wohl bekomm' es deinen Kannen,
Daß so schnell mein Schoppen leer!
Darf ich deinen Leib umspannen,
Mess' ich keine Flasche mehr.
6. Bringt mir Blut der edlen Reben (Trinklied)
1. Bringt mir Blut der edlen Reben,
bringt mir Wein!
Wie ein Frühlingsvogel leben,
in den Lüften will ich schweben
bei dem Wein, bei dem Wein!
2. Bringt mir Efeu, bringt mir Rosen
zu dem Wein!
Mag Fortuna sich erbosen
selbst will ich mein Glück mir losen
in dem Wein!
3. Bringt mir Mägdlein, hold und mundlich,
zu dem Wein.
Rollt die Stunde glatt und rundlich,
greif' ich mir die Lust sekundlich,
in dem Wein.
4. Bringt mir auch, das darf nicht fehlen
bei dem Wein!
echte, treue deutsche Seelen
und Gesang aus hellen Kehlen
bei dem Wein!
5. Klang dir, Bacchus, Gott der Liebe,
in dem Wein!
Sorgen fliegen fort wie Diebe,
und wie Helden glüh'n die Triebe
durch den Wein!
6. Klang dir Bacchus, Gott der Wonne,
in dem Wein!
Ha! schon schau ich Mond und Sonne,
alle Sterne in der Tonne,
in dem Wein!
7. Höchster Klang, wem sollst du klingen
in dem Wein?
Süßester von allen Dingen,
dir, o Freiheit, will ich's bringen
in dem Wein!
(nach Johann Christian Günther 1717)
Musikvideo: YouTube
bringt mir Wein!
Wie ein Frühlingsvogel leben,
in den Lüften will ich schweben
bei dem Wein, bei dem Wein!
2. Bringt mir Efeu, bringt mir Rosen
zu dem Wein!
Mag Fortuna sich erbosen
selbst will ich mein Glück mir losen
in dem Wein!
3. Bringt mir Mägdlein, hold und mundlich,
zu dem Wein.
Rollt die Stunde glatt und rundlich,
greif' ich mir die Lust sekundlich,
in dem Wein.
4. Bringt mir auch, das darf nicht fehlen
bei dem Wein!
echte, treue deutsche Seelen
und Gesang aus hellen Kehlen
bei dem Wein!
5. Klang dir, Bacchus, Gott der Liebe,
in dem Wein!
Sorgen fliegen fort wie Diebe,
und wie Helden glüh'n die Triebe
durch den Wein!
6. Klang dir Bacchus, Gott der Wonne,
in dem Wein!
Ha! schon schau ich Mond und Sonne,
alle Sterne in der Tonne,
in dem Wein!
7. Höchster Klang, wem sollst du klingen
in dem Wein?
Süßester von allen Dingen,
dir, o Freiheit, will ich's bringen
in dem Wein!
7. Brüder, lasst uns lustig sein
(nach Johann Christian Günther 1717)
Musikvideo: YouTube
1. Brüder, laßt uns lustig sein,
Weil der Frühling währet
Und der Jugend Sonnenschein
Unser Laub verkläret;
Grab und Bahre warten nicht,
Wer die Rosen jetzo bricht,
|: Dem ist der Kranz bescheret. :|
2. Unsres Lebens schnelle Flucht
Leidet keinen Zügel,
Und des Schicksals Eifersucht
Macht ihr stetig Flügel;
Zeit und Jahre fliehn davon,
Und vielleicht schnitzt man schon
|: An unsres Grabes Riegel. :|
3. Wo sind diese, sagt es mir,
Die vor wenig Jahren
Eben also, gleich wie wir,
Jung und fröhlich waren?
Ihre Leiber deckt der Sand,
Sie sind in ein ander Land
|: Aus dieser Welt gefahren. :|
4. Wer nach unsern Vätern forscht,
Mag den Kirchhof fragen:
Ihr Gebein, so längst vermorscht,
Wird ihm Antwort sagen;
Kann uns doch der Himmel bald,
Eh' die Morgenglocke schallt,
|: In unsre Gräber tragen! :|
5. Unterdessen seid vergnügt,
Laßt den Himmel walten,
Trinkt, bis euch der Wein besiegt,
Nach Manier der Alten!
Fort, mir wässert schon das Maul,
Und, ihr andern, seid nicht faul,
|: Die Mode zu erhalten! :|
6. Dieses Gläschen bring ich dir,
Weil der Frühling währet
Und der Jugend Sonnenschein
Unser Laub verkläret;
Grab und Bahre warten nicht,
Wer die Rosen jetzo bricht,
|: Dem ist der Kranz bescheret. :|
2. Unsres Lebens schnelle Flucht
Leidet keinen Zügel,
Und des Schicksals Eifersucht
Macht ihr stetig Flügel;
Zeit und Jahre fliehn davon,
Und vielleicht schnitzt man schon
|: An unsres Grabes Riegel. :|
3. Wo sind diese, sagt es mir,
Die vor wenig Jahren
Eben also, gleich wie wir,
Jung und fröhlich waren?
Ihre Leiber deckt der Sand,
Sie sind in ein ander Land
|: Aus dieser Welt gefahren. :|
4. Wer nach unsern Vätern forscht,
Mag den Kirchhof fragen:
Ihr Gebein, so längst vermorscht,
Wird ihm Antwort sagen;
Kann uns doch der Himmel bald,
Eh' die Morgenglocke schallt,
|: In unsre Gräber tragen! :|
5. Unterdessen seid vergnügt,
Laßt den Himmel walten,
Trinkt, bis euch der Wein besiegt,
Nach Manier der Alten!
Fort, mir wässert schon das Maul,
Und, ihr andern, seid nicht faul,
|: Die Mode zu erhalten! :|
6. Dieses Gläschen bring ich dir,
daß die Liebste lebe
und der Nachwelt bald von dir
einen Abriß gebe.
Setzt ihr andern gleichfalls an,
und wenn dieses ist getan,
:so lebt der edlen Rebe.:
8. Burschenlust (Der Mai ist gekommen)
Text: Emanuel Geibel (1841),
Melodie: Justus Wilhelm Lyra (1843)
Musikvideo: YouTube
1. Der Mai ist gekommen,
Die Bäume schlagen aus,
Da bleibe, wer Lust hat,
Mit Sorgen zu Haus!
Wie die Wolken wandern
Am himmlischen Zelt,
So steht auch mir der Sinn
In die weite, weite Welt.
2. Herr Vater, Frau Mutter,
Daß Gott euch behüt!
Wer weiß, wo in der Ferne
Mein Glück mir noch blüht;
Es gibt so manche Straße,
Da nimmer ich marschiert,
Es gibt so manchen Wein,
Den ich nimmer noch probiert.
3. Frisch auf drum, frisch auf drum
Im hellen Sonnenstrahl!
Wohl über die Berge,
Wohl durch das tiefe Tal!
Die Quellen erklingen,
Die Bäume rauschen all;
Mein Herz ist wie'n Lerche
Und stimmet ein mit Schall.
4. Und abends im Städtlein,
Da kehr ich durstig ein:
"Herr Wirt, Herr Wirt,
Eine Kanne blanken Wein!
Ergreife die Fiedel,
Du lustger Spielmann du,
Von meinem Schatz das Liedel,
Das sing ich dazu!"
5. Und find ich keine Herberg,
So lieg ich zur Nacht
Wohl unter blauem Himmel,
Die Sterne halten Wacht;
Im Winde die Linde,
Die rauscht mich ein gemach,
Es küsset in der Früh
Das Morgenrot mich wach.
6. O Wandern, o Wandern,
Du freie Burschenlust!
Da wehet Gottes Odem
So frisch in die Brust;
Da singet und jauchzet
Das Herz zum Himmelszelt:
Wie bist du doch so schön,
O du weite, weite Welt!
9. Das Lied vom Wein
1. Das Lied vom Wein ist leicht und klein
und flößt euch Lust zum Trinken ein.Und wer das Lied vom Wein nicht weiß,
der lern' es heut in unserm Kreis!
2. Ihr schwatzt nicht lang' beim Becherklang,
der Wein begeistert zum Gesang.
Wer singen kann, der preis' ihn hoch,
und wer's nicht kann, der summe doch!
3. Wein frischt das Blut, gibt neuen Mut
und schafft die Herzen mild und gut.
Wein ist der Sorgen jäher Tod,
zu schöner Tat ein Aufgebot.
4. Der Trinkgenoß ist ohne Schloß
und ohne Schätze reich und groß;
ja, Götter sind beim Weine wir,
und der Olymp ist künftig hier!
5. Nennt Brüder euch in Bacchus Reich
ist alles frei, ist alles gleich.
O Zaubertrank! Der edle Wein
lehrt uns die goldne Zeit erneu'n.
10. Der Tod und der Mediziner (1747)
Text: Gotthold Ephraim Lessing (1729 – 1781),
aus Lessing’s Schriften, Band I, 1838, Lieder«
Musikvideo: YouTube
aus Lessing’s Schriften, Band I, 1838, Lieder«
Musikvideo: YouTube
1. Gestern, Brüder, könnt ihrs glauben?
Gestern bey dem Saft der Trauben,
(Bildet euch mein Schrecken ein!)
Kam der Tod zu mir herein. *)
2. Drohend schwang er seine Hippe,
Drohend sprach das Furchtgerippe:
Fort, du theurer Bacchusknecht!
Fort, du hast genug gezecht!
3. Lieber Tod, sprach ich mit Thränen,
Solltest du nach mir dich sehnen?
Sieh, da stehet Wein für dich!
Lieber Tod, verschone mich!
4. Lächelnd greift er nach dem Glase;
Lächelnd macht ers auf der Baase,
Auf der Pest, Gesundheit leer;
Lächelnd setzt ers wieder her.
5. Fröhlich glaub‘ ich mich befreyet,
Als er schnell sein Drohn erneuet.
Narre, für dein Gläschen Wein
Denkst du, spricht er, los zu seyn?
6. Tod, bat ich, ich möchte‘ auf Erden
Gern ein Mediciner werden.
Laß mich : ich verspreche dir
Meine Kranken halb dafür.
7. Gut, wenn das ist, magst du leben:
Ruft er. Nur, sey mir ergeben.
Lebe, bis du satt geküßt
Und des Trinkens müde bist.
8. O! wie schön klingt dieß den Ohren!
Tod, du hast mich neu geboren.
Dieses Glas voll Rebensaft,
Tod, auf gute Brüderschaft!
9. Ewig muß ich also leben,
Ewig! denn beym Gott der Reben!
Ewig soll mich Lieb‘ und Wein,
Ewig Wein und Lieb‘ erfreun!
*) (Stellt euch mein Erschrecken für !)
Gestern kam der Tod zu mir. 1747.
11. Die 1888er Weine
Text: Johannes Trojan, 1888
sind leider gewachsen Weine,
die an Wert nur geringe;
es reiften nur Säuerlinge
im Verlauf dieses Herbstes.
Nur Herberes bracht'er und Herbstes.
Zu viel Regen, zu wenig Sonnenschein
ließ erhofften Segen zerronnen sein,
nichts Gutes floss in die Tonnen ein.
Der achtundachtziger Rheinwein
ist leider Gottes kein Wein,
um Leidende zu laben,
um Gram zu begraben,
um zu vertreiben Trauer -
er ist dafür zu sauer!
An der Mosel steht es noch schlimmer,
da hört man nichts als Gewimmer,
nichts als Ächzen und Stöhnen
von den Vätern und Söhnen,
den Müttern und Töchtern
über den noch viel schlechtern
Ertrag der heurigen Lese.
Der Wein ist wahrhaft böse,
ein Rachenputzer und Krätzer;
wie unter Gläubigen ein Ketzer,
wie ein Strolch, ein gefährlicher,
in dem Kreise Ehrlicher
unter guten Weinen erscheint er.
Aller Freude ist ein Feind er,
aller Lust ein Verderber;
sein Geschmack ist fast noch herber,
als der des Essigs, des reinen -
ein Wein ist er zum Weinen!Aber der Wein, der in Sachsen
in dem Kreise Ehrlicher
unter guten Weinen erscheint er.
Aller Freude ist ein Feind er,
aller Lust ein Verderber;
sein Geschmack ist fast noch herber,
als der des Essigs, des reinen -
ein Wein ist er zum Weinen!Aber der Wein, der in Sachsen
in diesem Jahr ist gewachsen,
und bei Naumburg im Tale
der rasch fließenden Saale,
der ist saurer noch viele Male
als der sauerste Moselwein.
Wenn du ihn schlürfst in dich hinein,
ist dir's, als ob ein Stachelschwein
dir kröche durch die Kehle,
das deinen Magen als Höhle
erkor, darin zu hausen.
Angst ergreift dich und Grausen!
Aber der Grünberger
ist noch sehr viel ärger.
Lass ihn nicht deine Wahl sein!
Gegen ihn ist der Saalwein
noch viel süßer als Zucker.
Er ist ein Wein für Mucker,
für die schlechtesten Dichter
und dergleichen Gelichter.
Er macht lang die Gesichter,
blass die Wangen; wie Rasen
so grün färbt er die Nasen.
Wer ihn trinkt, den durchschauert es,
wer ihn trank, der bedauert es.
Er hat etwas so Versauertes,
dass er sich nicht lässt mildern
und schwer nur ist zu schildern
in Worten oder Bildern.
Aber der Züllichauer
ist noch zwölfmal so sauer
als der Wein von Grünberg.
Der ist an Säure ein Zwerg
gegen den Wein von Züllichau.
Wie eine borstige wilde Sau
zu einer zarten Taube,
so verhält sich, das glaube,
dieser Wein zu dem Rebensaft
aus Schlesien. Er ist schauderhaft,
er ist grässlich und gräulich,
über die Maßen abscheulich.
Man sollte ihn nur auf Schächerbänken
den Gästen in die Becher schenken,
mit ihm nur schwere Verbrecher tränken,
aber nicht ehrliche Zecher kränken!
Wenn du einmal kommst
in diesem Winter nach Bomst,
deine Erfahrung zu mehren,
und man setzt, um dich zu ehren,
dir heurigen Bomster Wein vor,
dann, bitt' ich dich, sieh dich fein vor,
dass du nichts davon verschüttest
und dein Gewand nicht zerrüttest,
weil er Löcher frisst in die Kleider
und auch in das Schuhwerk leider.
Denn dieses Weines Säure
ist eine so ungeheure,
dass gegen ihn Schwefelsäure
der Milch gleich ist, der süßen,
die zarte Kindlein genießen.
Fällt ein Tropfen davon auf den Tisch,
so fährt er mit lautem Gezisch
gleich hindurch durch die Platte.
Eisen zerstört er wie Watte,
durch Stahl geht er wie durch Butter,
er ist aller Sauerkeit Mutter.
Stand halten vor diesem Sauern
weder Schlösser noch Mauern.
Es löst in dem scharfen Bomster Wein
sich Granit auf und Ziegelstein,
Diamanten werden sogleich,
in ihn hineingelegt, pflaumenweich,
aus Platin macht er Mürbeteig!
Dieses vergiss nicht, falls du kommst
in diesem Winter einmal nach Bomst.
Text: Franz von Kobell, 1841
Melodie: (Joseph) Joachim Raff, 1876
und bei Naumburg im Tale
der rasch fließenden Saale,
der ist saurer noch viele Male
als der sauerste Moselwein.
Wenn du ihn schlürfst in dich hinein,
ist dir's, als ob ein Stachelschwein
dir kröche durch die Kehle,
das deinen Magen als Höhle
erkor, darin zu hausen.
Angst ergreift dich und Grausen!
Aber der Grünberger
ist noch sehr viel ärger.
Lass ihn nicht deine Wahl sein!
Gegen ihn ist der Saalwein
noch viel süßer als Zucker.
Er ist ein Wein für Mucker,
für die schlechtesten Dichter
und dergleichen Gelichter.
Er macht lang die Gesichter,
blass die Wangen; wie Rasen
so grün färbt er die Nasen.
Wer ihn trinkt, den durchschauert es,
wer ihn trank, der bedauert es.
Er hat etwas so Versauertes,
dass er sich nicht lässt mildern
und schwer nur ist zu schildern
in Worten oder Bildern.
Aber der Züllichauer
ist noch zwölfmal so sauer
als der Wein von Grünberg.
Der ist an Säure ein Zwerg
gegen den Wein von Züllichau.
Wie eine borstige wilde Sau
zu einer zarten Taube,
so verhält sich, das glaube,
dieser Wein zu dem Rebensaft
aus Schlesien. Er ist schauderhaft,
er ist grässlich und gräulich,
über die Maßen abscheulich.
Man sollte ihn nur auf Schächerbänken
den Gästen in die Becher schenken,
mit ihm nur schwere Verbrecher tränken,
aber nicht ehrliche Zecher kränken!
Wenn du einmal kommst
in diesem Winter nach Bomst,
deine Erfahrung zu mehren,
und man setzt, um dich zu ehren,
dir heurigen Bomster Wein vor,
dann, bitt' ich dich, sieh dich fein vor,
dass du nichts davon verschüttest
und dein Gewand nicht zerrüttest,
weil er Löcher frisst in die Kleider
und auch in das Schuhwerk leider.
Denn dieses Weines Säure
ist eine so ungeheure,
dass gegen ihn Schwefelsäure
der Milch gleich ist, der süßen,
die zarte Kindlein genießen.
Fällt ein Tropfen davon auf den Tisch,
so fährt er mit lautem Gezisch
gleich hindurch durch die Platte.
Eisen zerstört er wie Watte,
durch Stahl geht er wie durch Butter,
er ist aller Sauerkeit Mutter.
Stand halten vor diesem Sauern
weder Schlösser noch Mauern.
Es löst in dem scharfen Bomster Wein
sich Granit auf und Ziegelstein,
Diamanten werden sogleich,
in ihn hineingelegt, pflaumenweich,
aus Platin macht er Mürbeteig!
Dieses vergiss nicht, falls du kommst
in diesem Winter einmal nach Bomst.
12. Ein König ist der Wein
Text: Franz von Kobell, 1841
Melodie: (Joseph) Joachim Raff, 1876
Musikvideo: YouTube
Mit Segen reich beladen
Ist er von Gottes Gnaden
:Und mancher Purpur sein,:
:Ein König ist der Wein!:
2. Ein König ist der Wein,
Mit seinem Rebenbande
Umschlingt er alle Lande,
:Beherrscht sie groß und klein,:
:Ein König ist der Wein!:
3. Ein König ist der Wein,
Wohnt im krystall'nen Hause
Und hüllt beim Fürstenschmause
:In Gold sich prangend ein,:
:Ein König ist der Wein!:
4. Ein König ist der Wein!
Gibt königliche Feste
Für viele tausend Gäste
:In seinem Schloß' am Rhein,:
:Ein König ist der Wein!:
5. Auf immer für den Wein!
Der Schmuck an seinem Throne,
Das Kleinod seiner Krone
:Heißt Freude - Sonnenschein,:
:Auf immer für den Wein!:
13. Festgelage
Volkslied um 1821
1. Brüder, zu den festlichen Gelagen
hat ein guter Gott uns hier vereint;
allen Sorgen laßt uns jetzt entsagen,
trinken mit dem Freund, der's redlieh meint.
|: Da, wo Nektar glüht, valleralla!
holde Luft erblüht, valleralla!
wie den Blumen, wenn der Frühling scheint. :|
2. Laßt uns froh die goldne Zeit durchschwärmen,
hangen an des Freundes treuer Brust;
an dem Freunde wollen wir uns wärmen,
in dem Weine kühlen unsre Lust!
|: In der Traube Blut, valleralla!
trinkt man deutschen Mut, valleralla!
wird der Mann sich hoher Kraft bewußt. :|
3. Nippet nicht, wenn Bacchus Quelle fließet,
ängstlich an des vollen Bechers Rand;
wer das Leben tropfenweis' genießet,
hat des Lebens Deutung nicht erkannt:
|: Nehmt ihn frisch zum Mund, valleralla!
leert ihn bis zum Grund, valleralla!
den ein Gott vom Himmel uns gesandt! :|
14. Guter Mann, du gehst so stille
Text: Bläck Fööss
Melodie: Guter Mond, du gehst so stille
Musikvideo, Bläck Fööss: YouTube
1. Guter Mann, du gehst so stille
durch die Abenddämmerung dahin.
Bist so ruhig und ich fühle,
irgendwas hast Du im Sinn.
Lautlos folg’ ich deinem Schritte.
Knarrend öffnet sich eine Tür.
Dann entschwindest Du meinem Blicke,
Du bist drin und ich bleib’ hier.
2. Fahles Licht scheint auf die enge Gasse
aus dem Fenster dort aus jenem Haus.
Guter Mann, wo du hineingegangen,
alles sieht so still und friedlich aus.
Manchmal öffnet sich die Türe,
Schatten kommen, Schatten gehen.
Mancher still wie du mit gleichem Schritte,
doch die meisten können kaum noch stehn.
3. Eine lange Zeit ist schon vergangen
und ich muss hier oben einsam stehn.
Langsam spür’ auch ich ein Verlangen,
in das kleine, stille Haus zu geh’n.
Doch auf einmal hör ich singen.
Du trittst ein ins fahle Dämmerlicht.
Krachend fällt die Tür ins Schlosse.
Guter Mann, was kümmert es dich?
4. Nicht mehr still, nein fröhlich locker singend
schaukelst du den schmalen Weg entlang.
Hier und da kommt dir ein Haus entgegen,
ab und zu hältst du auch eines an.
Und du sprichst mit der Laterne,
du umarmst sie wie 'nen guten Freund.
Dann entschwindest Du meinem Blicke,
hast dich kurz am Hollerbusch verbeugt.
5. Guter Mann, da bist du endlich wieder.
Die Verbeugung hat dir gut getan.
Scheinst zufrieden mit der Welt und allem
und du fängst auf’s Neu’ zu singen an.
Doch da öffnet sich ein Fenster
und ein Wasserstrahl trifft deinen Hut.
Lachst hinauf, wünschst eine gute Ruhe,
singst dein Lied mit ungebroch’nem Mut.
6. Guter Mann, hier endet deine Reise.
Gott sei Dank, bist du gesund zu Haus.
Legst dein müdes Haupt in weiche Kissen
und ruhst dich von deiner Reise aus.
Aber ich muss weiterziehen.
Hab’ noch einen weiten Weg vor mir.
Doch bestimmt seh’n wir uns bald schon wieder.
Guter Mann, dann leucht ich dir.
Musikvideo, Bläck Fööss: YouTube
1. Guter Mann, du gehst so stille
durch die Abenddämmerung dahin.
Bist so ruhig und ich fühle,
irgendwas hast Du im Sinn.
Lautlos folg’ ich deinem Schritte.
Knarrend öffnet sich eine Tür.
Dann entschwindest Du meinem Blicke,
Du bist drin und ich bleib’ hier.
2. Fahles Licht scheint auf die enge Gasse
aus dem Fenster dort aus jenem Haus.
Guter Mann, wo du hineingegangen,
alles sieht so still und friedlich aus.
Manchmal öffnet sich die Türe,
Schatten kommen, Schatten gehen.
Mancher still wie du mit gleichem Schritte,
doch die meisten können kaum noch stehn.
3. Eine lange Zeit ist schon vergangen
und ich muss hier oben einsam stehn.
Langsam spür’ auch ich ein Verlangen,
in das kleine, stille Haus zu geh’n.
Doch auf einmal hör ich singen.
Du trittst ein ins fahle Dämmerlicht.
Krachend fällt die Tür ins Schlosse.
Guter Mann, was kümmert es dich?
4. Nicht mehr still, nein fröhlich locker singend
schaukelst du den schmalen Weg entlang.
Hier und da kommt dir ein Haus entgegen,
ab und zu hältst du auch eines an.
Und du sprichst mit der Laterne,
du umarmst sie wie 'nen guten Freund.
Dann entschwindest Du meinem Blicke,
hast dich kurz am Hollerbusch verbeugt.
5. Guter Mann, da bist du endlich wieder.
Die Verbeugung hat dir gut getan.
Scheinst zufrieden mit der Welt und allem
und du fängst auf’s Neu’ zu singen an.
Doch da öffnet sich ein Fenster
und ein Wasserstrahl trifft deinen Hut.
Lachst hinauf, wünschst eine gute Ruhe,
singst dein Lied mit ungebroch’nem Mut.
6. Guter Mann, hier endet deine Reise.
Gott sei Dank, bist du gesund zu Haus.
Legst dein müdes Haupt in weiche Kissen
und ruhst dich von deiner Reise aus.
Aber ich muss weiterziehen.
Hab’ noch einen weiten Weg vor mir.
Doch bestimmt seh’n wir uns bald schon wieder.
Guter Mann, dann leucht ich dir.
15. Herbstlied (Bunt sind schon die Wälder)
Text: Johann Friedrich Reichardt (1799)
Melodie: Johann Gaudenz Salis-Seewis (1782)
Musikvideo, A capella Ammersee: YouTube
1. Bunt sind schon die Wälder,
gelb die Stoppelfelder,
und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
graue Nebel wallen,
kühler weht der Wind.
2. Wie die volle Traube
aus dem Rebenlaube
purpurfarbig strahlt!
Am Geländer reifen
Pfirsiche, mit Streifen
rot und weiß bemalt.
3. Flinke Träger springen,
und die Mädchen singen,
alles jubelt froh!
Bunte Bänder schweben
zwischen hohen Reben
auf dem Hut von Stroh.
4. Geige tönt und Flöte
bei der Abendröte
und im Mondesglanz;
junge Winzerinnen
winken und beginnen
frohen Erntetanz.
16. Herr Durst
Worte: Hoffmann von Fallersleben
Gerne gesungen von den Brüdern Grimm und Karl Simrock bei ihrem Treffen in Menzenberg.
1. Herr Durst ist ein gestrenger Mann,
der lässt sich gar nicht foppen;
ob’s Wetter gut ist oder schlecht,
er geht nicht ab von seinem Recht,
er fordert seinen Schoppen.
2. Und wer ihm den nicht geben will,
den quälet er tagtäglich,
er quält in hier, er quält ihn dort,
er quälet ihn in einem fort
und quält ihn ganz unsäglich.
3. Da gilt kein Ansehn der Person,
nicht Stand noch Würd’ und Ehren:
Herr Durst, der kehrt bei allen ein,
bei Reich und Arm, bei Groß und Klein
und niemand kann’s ihm wehren.
4. Ihn rührt kein Ernst, ihn rührt kein Spaß,
kein Pfeifen und kein Singen.
Ihr könnt ihn nicht durch Spott und Hohn,
ihr könnt ihn nicht durch Schmäh’n und Drohn
von seiner Forderung bringen.
5. Drum macht’s wie ich: Ich bin bereit,
sein Schöpplein ihm zu zollen.
Und lässt er mich dann nicht in Ruh’.
trink ich ihm noch ein Zweites zu,
dann hört er auf zu schmollen.
17. Immer feucht sei meine Kehle
1. Immer feucht sei meine Kehle
und der Becher nicht zu klein!
Nur Philister und Kamele
können lange durstig sein.
Gute Menschen müssen singen
wie die lieben Engelein;
darum sei vor allen Dingen
unser Leib vom Staube rein.
2. Freunde, lernet von den Fröschen,
diesem Sänger-Lumpenpack,
allen Erdenstaub zu löschen,
der den Schlund beschweren mag.
Trinke! wem Gesang gegeben,
trinke! wer nicht singen kann;
euch zum Himmel zu erheben
feuchtet eure Schwingen an!
3. Charon selbst am dunkeln Styxe
trinket Lethe und begehrt
erst ein Trinkgeld in die Büchse,
eh' er uns hinüberfahrt.
Laßt den Alten durstig werden,
warten mag der Grobian:
denn am längsten lebt auf Erden,
wer am längsten trinken kann.
18. In jedem vollen Becher Wein
1. In jedem vollen Becher Wein
sehe unten auf dem Grund
:ich deine hellen Äugelein:
:und deinen süßen Mund:
2. Da trinke ich schnell
und warte nicht
und küsse dich im Wein
:aufs neu zu schauen dein Angesicht:
:schenk ich schnell wieder ein:
3. So füll und leer den Becher ich
und trinke immerzu.
:Nennt man mich nächstens liederlich:
:ja, schuld daran bist du:
19. Lob des Weines
Novalis (um 1800)1. Auf grünen Bergen wird geboren
der Gott, der uns den Himmel bringt;
die Sonne hat ihn sich erkoren,
daß sie mit Flammen ihn durchdringt;
die Sonne hat ihn sich erkoren,
daß sie mit Flammen ihn durch dringt,
daß sie mit Flammen ihn durchdringt.
2. Er wird im Lenz mit Lust empfangen;
der zarte Schoß quillt still empor,
|: und wenn des Herbstes Früchte prangen,
springt auch das gold'ne Kind hervor. :|
3. Sie legen ihn in enge Wiegen,
ins unterirdische Geschoß;
|: er träumt von Festen und von Siegen
und baut sich manches lust'ge Schloss. :!
4. Es nahe keiner seiner Kammer,
wenn er sich ungeduldig drängt,
|: und jedes Band und jede Klammer
mit jugendlichen Kräften sprengt. :|
5. Denn unsichtbare Wächter stellen,
so lang er träumt, sich um ihn her,
[: und wer betritt die heil'gen Schwellen,
den trifft ihr luftumwundner Speer. :|
6. So wie die Schwingen sich entfalten,
läßt er die lichten Augen sehn,
|: läßt ruhig seine Priester walten,
und kommt herauf, wenn sie ihn flehn. :|
7. Aus seiner Wiege dunklem Schöße
erscheint er im Krystallgewand;
|: verschwiegner Eintracht volle Rose
trägt er bedeutend in der Hand. :|
8. Und überall um ihn versammeln
sich seine Jünger hocherfreut,
|: und tausend frohe Zungen stammeln
ihm ihre Lieb' und Dankbarkeit. :|
9. Er spritzt in ungezählten Strahlen
sein inn'res Leben in die Welt;
|: die Lippe nippt aus seinen Schalen
und bleibt ihm ewig zugesellt. :|
10. Er nahm als Geist der goldnen Zeiten
von jeher sich des Dichters an,
|: der immer seine Lieblichkeiten
in trunknen Liedern aufgetan. :|
11. Er gab ihm, seine Treu' zu ehren,
ein Recht auf jeden hübschen Mund,
|: und daß es keine darf ihm wehren,
macht Gott durch ihn es allen kund. :|
20. Lustig, lustig, ihr lieben Brüder
1. Lustig, lustig ihr lieben Brüder,
so leget all eure Sorgen nieder
:und trinkt ein Glas Champagnerwein:
2. Auf die Gesundheit aller Brüder
die da reisen auf und nieder
:dies soll unsre Freude sein:
Refrain
Denn unser Handwerk das ist verdorben,
die letzten Saufbrüder sind gestorben
:es lebet keiner mehr als ich und du:
3. Und sollte wirklich noch einer leben,
so soll der Meister ihm den Abschied geben
:denn er macht ihm das Leben sauer:
4. Und auch in Polen ist nichts zu holen
Als ein paar Stiefel ohne Sohlen
:Bei Danzig geht die See schon an:
5.. Da wollen wir aufs Schifflein setzen
Und unser junges Herz ergötzen
:Wir wollen fahren auf die See:
6. Schifflein, Schifflein, du mußt dich wenden
du mußt den Bug nach Riga wenden
:in die russische Kaufhandelsstadt:
7. Dann wollen wir es noch einmal wagen
Wir wollen fahren nach Kopenhagen
:Nach der dänischen Residenz:
8. In Bergen regnet es große Tropfen,
getrunken wird hier aus Malz und Hopfen,
korngelb gebrautes nordisch Bier.
9. Weg mit dem Meister, weg mit den Pfaffen
Kaiser, König soll sich raffen
:weg, wer da kommandieren will:
10. Als wir durch deutsche Lande zogen
haben wir so manchen Wirt betrogen
:doch seine Tochter war uns gut genug:
11. Darauf wollen wir lustig saufen
schöne Mädchen wollen wir kaufen
:Das soll unser Handwerk sein:
12. Ich hatte manchen blanken Gulden
heute hab ich ‘ne Menge Schulden
:Doch einen Humpen für der Seele Ruh:
13. In Lübeck hab ich es angefangen
nach Hamburg stand dann mein Verlangen
:Das schöne Bremen hab ich längst gesehen:
14. Das Brandenburger Land hat mir gefallen
die Festung Magdeburg vor allen
:Berlin, die alte Branntweinburg:
die Festung Magdeburg vor allen
:Berlin, die alte Branntweinburg:
15. Wie auch Celle, Hannover, Münden
von da aus wolln wir nach dem Rhein verschwinden.
:wohl nach dem alten heiligen Köln:
16. Gleich übern Berg gings dann rein nach Hessen
das trübe Ländle hab ich gleich vergessen
:im Blauen Bock beim Äppelwoi:
17. Frankfurt am Main hab ich gesehen
der Herbergstochter mußte ich gestehen
:der letzte Heller muß versoffen sein:
18. In Mannheim wolln wir unser Glück probieren
nach Karlsruh wird uns der Weg dann führen
so kommen wir in Elsaß rein
:in Straßburg gibt es guten Wein:
19.: In Freiburg geht’s nicht lang logieren,
wir wollen in die Schweiz marschieren,
:nach Basel, Zürich und bis Bern:
20. Wir wollen auch noch Bonn besuchen,
in Bingen gibt’s zum Wein auch Kuchen,
bei Mainz, da fließt der Main in‘ Rhein.
nach Karlsruh wird uns der Weg dann führen
so kommen wir in Elsaß rein
:in Straßburg gibt es guten Wein:
19.: In Freiburg geht’s nicht lang logieren,
wir wollen in die Schweiz marschieren,
:nach Basel, Zürich und bis Bern:
20. Wir wollen auch noch Bonn besuchen,
in Bingen gibt’s zum Wein auch Kuchen,
bei Mainz, da fließt der Main in‘ Rhein.
21. Nach Thüringen möcht ich hinein
in Jena, Erfurt, Weimar sein
:und auf der Wartburg kehren ein:
22. In Königsbrück hat mir’s gefallen
die vielen Töpfer hier vor allem,
die Scheiben drehn sie, drehn und drehn.
23 Was warn die Töpfer für Gesellen,
hörten sie nachts die Hunde bellen
so fraßen sie die einfach auf.
24. Wie auch in Leipzig, Dresden, Sachsen,
wo all die schönen Mädchen wachsen,
:wohl in dem schönen Rosenthal:
25. Die braven Bürger im sturen Bayern
die zahlen pünktlich ihre Steuern
:man hat sie dort wohl auch erdacht:
26. Und wer dies alles hat gesehen,
der kann getrost nach Hause gehen
:und nehmen sich ein junges Weib:
der kann getrost nach Hause gehen
:und nehmen sich ein junges Weib:
27. Denn wir sind alle freie Leute,
die ganze Welt gehört uns als Beute,
:ja, also ist es gut und recht:
28. Schlagt ein die Fässer und laßt es laufen,
heute heißt es wacker saufen,
:denn solch ein Himmelreich ist nah:
29. Darauf wollen wir lustig saufen,
schöne Mädchen wollen wir uns kaufen,
:ja das soll unser Handwerk sein:
heute heißt es wacker saufen,
:denn solch ein Himmelreich ist nah:
29. Darauf wollen wir lustig saufen,
schöne Mädchen wollen wir uns kaufen,
:ja das soll unser Handwerk sein:
Refrain
Denn unser Handwerk das ist verdorben,
die letzten Saufbrüder sind gestorben
:es lebet keiner mehr als ich und du:
21. Martinslied
Um 15401. Sanct Martin wöllen loben wir,
Der uns aus Most kann machen schier
Den Wein den wir solln trinken.
Darum wöll wir mit ganzer Gier,
Was unser ist in der Revier,
Des Wirtes Knecht her winken.
2. Daß er uns gnug des Weins her trag
Und darnach in der Küchen frag
Die Köchin oder die Hausdieren,
Ob sie die Gans gebraten hab,
Darauf man dann wol trinken mag
Und auf die Schweinebraten.
3. Herr Wirt, nun laßt uns fröhlich sein,
Und trag uns her ein guten Wein,
Keins argen, nur des besten!
Groß Kandel voll, das Fäßlein dein
Sollt du uns allzeit schenken ein,
So gewinnst du fröhlich Gäste.
22. Das Muskatellerlied
Worte: In Fischarts "Geschichtsklitterungen", 1575
(Schon im 15. Jahrhundert bekannt)
1. Den liebsten Buhlen, den ich han,
er leit beim Wirt im Keller;
er hat ein hölzern Röcklein an
und heisst der Muskateller.
Er hat mich nächtens trunken g´macht
und fröhlich heut den ganzen Tag,
Gott, geb ihm heint ein gute Nacht!
2. Von diesem Buhlen, den ich mein',
will ich dir bald eins bringen,
es sei der allerbeste Wein,
macht lustig mich zu singen,
frischt mir das Blut, gibt freien Mut,
all´s durch sein Kraft und Eigenschaft.
Nu grüss dich Gott, mein Rebensaft!
Worte: In Fischarts "Geschichtsklitterungen", 1575
(Schon im 15. Jahrhundert bekannt)
1. Den liebsten Buhlen, den ich han,
er leit beim Wirt im Keller;
er hat ein hölzern Röcklein an
und heisst der Muskateller.
Er hat mich nächtens trunken g´macht
und fröhlich heut den ganzen Tag,
Gott, geb ihm heint ein gute Nacht!
2. Von diesem Buhlen, den ich mein',
will ich dir bald eins bringen,
es sei der allerbeste Wein,
macht lustig mich zu singen,
frischt mir das Blut, gibt freien Mut,
all´s durch sein Kraft und Eigenschaft.
Nu grüss dich Gott, mein Rebensaft!
23. Roter Wein im Becher
Pfadfinderlied
Musikvideo, Die Galgenvögel: YouTube
1. Roter Wein im Becher,
der beste Rebensaft.
Wir sind ein Haufen Zecher
und gehn auf Wanderschaft.
/:Radi, Radi, radi, ralala, radi, radi, ra tiradiralala.:/
2. Morgens bricht die Runde
zu neuen Fahrten auf.
Es klingt in aller Munde
ein frohes Liedchen auf.
/:Radi, Radi, radi, ralala, radi, radi, ra tiradiralala.:/
3. Steine, Staub und Dornen
ist schwerlich Tippelei.
Wir müssen uns anspornen,
die Qual/Fahrt ist bald vorbei.
/:Radi, Radi, radi, ralala, radi, radi, ra tiradiralala.:/
4. Treffen wir uns wieder,
der Zufall nennt den Ort.
So schallen unsre Lieder
in weite Fernen fort.
/:Radi, Radi, radi, ralala, radi, radi, ra tiradiralala.:/
24. Sitz' ich in froher Zecher Kreise
1. Sitz' ich in froher Zecher Kreise
und nehm' das volle Glas zur Hand,
trink' ich nach alter deutscher Weise
und nippe nicht an dem Rand!
Die Väter haben's uns gelehrt,
wie man die vollen Humpen leert!
Refrain
Denn |:die alten Deutschen tranken ja auch;
sie wohnten am Ufer des Rheins
und lagen auf der Bärenhaut
und tranken immer noch eins!:|
|:Noch eins!:| Sie wohnten am Ufer des Rheins!
|:Noch eins!:| Sie tranken immer noch eins!
2. Wer Bacchus und Gambrinus ehret,
der lebt gar löblich in der Welt,
dieweil uns die Geschichte lehret,
daß beide waren hochgestellt!
Der eine wohl ein König war,
der andere ein Gott sogar!
Und die alten usw.
Refrain
sie wohnten am Ufer des Rheins
und lagen auf der Bärenhaut
und tranken immer noch eins!:|
|:Noch eins!:| Sie wohnten am Ufer des Rheins!
|:Noch eins!:| Sie tranken immer noch eins!
2. Wer Bacchus und Gambrinus ehret,
der lebt gar löblich in der Welt,
dieweil uns die Geschichte lehret,
daß beide waren hochgestellt!
Der eine wohl ein König war,
der andere ein Gott sogar!
Und die alten usw.
Refrain
3. So lasset uns die Gläser heben
und stimmet fröhlich mit darein,
laßt Bacchus und Gambrinus leben,
sie sollen hochgepriesen sein!
Doch auch der Väter sei gedacht,
auch ihnen sei ein Trunk gebracht!
Refrain
25. Trinklied
Text: Johann Wolfgang v. Goethe
Melodie: F. Mendelssohn—Bartholdy
1. So lang man nüchtern ist, gefällt das Schlechte,
Wie man getrunken hat, weiß man das Rechte,
Nur ist das Übermaaß auch gleich zu Händen,
Hafis, o lehre mich, wie du's verstanden.
2. Denn meine Meinung ist nicht übertrieben,
Wenn man nicht trinken kann, soll man nicht lieben.
2. Denn meine Meinung ist nicht übertrieben,
Wenn man nicht trinken kann, soll man nicht lieben.
Doch sollt ihr Trinker euch nicht besser dünken,
Wenn man nicht lieben kann, soll man nicht trinken.
1. Im Herbst, da muß man trinken!
Da ist die rechte Zeit;
es reift uns ja der Trauben Blut,
und dabei schmeckt der Wein gut,
im Herbst, da muß man trinken!
2. Im Winter muß man trinken!
Im Winter ist es kalt,
da wärmet uns der Trauben Blut,
und dabei schmeckt der Wein so gut -
im Winter muß man trinken!
3. Im Sommer muß man trinken!
Im Sommer ist es heiß,
da kühlet uns der Trauben Blut,
und dabei schmeckt der Wein so gut -
im Sommer muß man trinken!
4. Im Frühling muß man trinken!
Da ist's nicht heiß noch kalt,
da labt uns erst der Trauben Blut,
da schmeckt der Wein uns doppelt gut -
im Frühling muß man trinken!
26. Wann muss man trinken
1. Im Herbst, da muß man trinken!
Da ist die rechte Zeit;
es reift uns ja der Trauben Blut,
und dabei schmeckt der Wein gut,
im Herbst, da muß man trinken!
2. Im Winter muß man trinken!
Im Winter ist es kalt,
da wärmet uns der Trauben Blut,
und dabei schmeckt der Wein so gut -
im Winter muß man trinken!
3. Im Sommer muß man trinken!
Im Sommer ist es heiß,
da kühlet uns der Trauben Blut,
und dabei schmeckt der Wein so gut -
im Sommer muß man trinken!
4. Im Frühling muß man trinken!
Da ist's nicht heiß noch kalt,
da labt uns erst der Trauben Blut,
da schmeckt der Wein uns doppelt gut -
im Frühling muß man trinken!
27. Weinlied
1. Ohne Wein wär dieses Leben tragisch,
ohne Wein und ohne die Musik,
all die Räusche, ach wie göttlich, magisch,
alle Fässer träumende Kubik.
All die Reben aus des Herbstes Nebeln,
die im Keller auf uns warten, still,
Meer, darüber unsre Seelen segeln,
wenn die Nacht partout nicht enden will.
Füllt die Gläser, sucht nicht nach Gründen!
Wenn wir bei uns sind, trinkt es sich gut.
Ströme Wein ins Meer des Leben münden,
wenn wir wieder zueinander finden
und die Welt sich mischt mit unserm Blut
und der Wein sich mischt mit unserm Blut.
2. Blauer Zweigelt, grün ist der Veltliner,
aus den Gläsern steigt der Duft der Welt.
Ob du Wiener bist oder Berliner,
es ist der Wein, der uns zusammenhält.
In der Schänke, über Labyrinthen,
wo wir stets zu lange sitzend blieben,
werden wir die letzte Wahrheit finden,
denn die Zeit ist furchtbar knapp wie nie.
Füllt die Gläser, sucht nicht nach Gründen!
Wenn wir bei uns sind, trinkt es sich gut.
Ströme Wein, ins Meer des Leben münden,
wenn wir wieder zueinander finden
und die Welt sich mischt mit unserm Blut
und der Wein sich mischt mit unserm Blut.
3. Die Asketen bleiben uns gestohlen.
Wir verglühen wie ein heller Stern.
Neue Flaschen! Lasst uns Nachschub holen!
Heute leben wir noch mal so gern.
Über's Land legt sich der Winter leise.
In den Fässern reift der neue Wein.
Neues Jahr. Auf eine neue Reise!
Lasst uns leben, schenkt uns noch mal ein!
Füllt die Gläser, sucht nicht nach Gründen!
Wenn wir bei uns sind, trinkt es sich gut.
Ströme Wein, ins Meer des Leben münden,
wenn wir wieder zueinander finden
und die Welt sich mischt mit unserm Blut
und der Wein sich mischt mit unserm Blut.
28. Weinlied
1. Fein, fein schmeckt uns der Wein,
Wenn man zwanzig ist, und auch die Liebe.
Fein, fein schmeckt uns der Wein
Wenn man dreißig ist, und auch die Liebe,
Wenn man vierzig ist, man noch gerne küsst,
B'sonders wenn man einst sparsam gewesen ist.
Doch wenn man älter wird,
Ein wenig kälter wird,
Bleibt allein nur der Wein.
2. Du lustigster der Philosophen
Dir widmete ich viele Strophen,
Von meines Lebens heitrem Lied,
Das jetzt an mir vorüberzieht.
Du heiterster der Sorgenbrecher,
Du einz'ger trost der Lebenszecher,
Und muß das Lied zu Ende gehn,
So widme ich dir den Refrain:
Fein, fein schmeckt uns der Wein . . .
29. Weinlied
Text: Theodor Körner (1791 - 1813)
Einer
Gläser klingen, Nektar glüht
in dem vollen Becher,
und ein trunk'nes Götterlied
Tönt im Kreis der Zecher.
Mut und Blut braust in die Höh,
alle Sinne schwellen
unter'm Sturm der Evoe
fröhlicher Gesellen.
Chor
Die Jugendkraft
Wird neu erschafft,
In Nektarsglut
Entbrennt der Mut!
Drum, der uns Kraft und Mut verleiht,
Dem Weingott sei dies Glas geweiht!
Einer
Becher! Deinen Purpursaft schlürf' ich froh hinunter,
Denn des Herzens stolze Kraft
Lodert im Burgunder,
Glüht er nicht mit deutschem Mut,
Und mit deutschen Flammen,
Eint er doch des Südens Glut
Mit dem Ernst zusammen.
Chor
Wer in sich Mut
Und Taten-Glut
Und stolze Kraft
Zusammen rafft,
Und wer im Wollen fühlt die Macht,
Dem sei der Becher dargebracht.
Einer
Aber jetzt ringt Jugendlust
In Champagners Schäumen,
Wie in frischer Jünglingsbrust
Träume kühn mit Träumen.
Leichtes Blut, verwegnes Herz,
Stolzes Selbstvertrauen,
Froher Sinn bei Leid und Schmerz,
Mutig Vorwärtsschauen.
Chor
Das Auge sprüht,
Die Wange glüht,
Es wogt die Brust
In trunkner Lust.
Der schönen frohen Jugendzeit,
Der sei dies volle Glas geweiht!
Einer
Doch des Südens ganze Pracht,
Und ein schöner Feuer,
Und der Liebe süße Macht
Lodert im Tokaier.
Golden schäumt er im Pokal,
Hell wie Himmelskerzen,
Wie der Liebe Götterstrahl
Glüht im Menschenherzen.
Chor
Der Liebe Glück
Wie Sonnenblick
Im Paradies,
So hold, so süß!
Der höchsten Erdenseligkeit,
Der Liebe sei dies Glas geweiht!
Einer
Aber jetzt der letzte Trank,
Rheinwein glüht im Becher!
Deutscher Barden Hochgesang
Tönt im Kreis der Zecher.
Freiheit, Kraft und Männerstolz,
Männerlust und Wonne
Reift am deutschen Rebenholz,
Reift in deutscher Sonne.
Chor
Am Rhein, am Rhein
Reift deutscher Wein,
Und deutsche Kraft
Im Rebensaft.
Dem Vaterland mit voller Macht
Ein dreifach donnernd Hoch gebracht!
Einer
Unsern frohen Zecherkreis –
Daß er ewig bliebe!
Führe auf des Lebens Gleis
Freiheit, Kraft und Liebe!
Drum, eh’ wir zum letztenmal
Unsre Gläser leeren.
Soll der Brüder volle Zahl
Diesen Bund beschwören.
Chor
Ein festesHerz
In Lust und Schmerz,
In Kampf und Not,
Frei– oder Tod! –
Und daß der Bund auch ewig währt,
Drauf sei dies letzte Glas geleert!
Leichtes Blut, verwegnes Herz,
Stolzes Selbstvertrauen,
Froher Sinn bei Leid und Schmerz,
Mutig Vorwärtsschauen.
Chor
Das Auge sprüht,
Die Wange glüht,
Es wogt die Brust
In trunkner Lust.
Der schönen frohen Jugendzeit,
Der sei dies volle Glas geweiht!
Einer
Doch des Südens ganze Pracht,
Und ein schöner Feuer,
Und der Liebe süße Macht
Lodert im Tokaier.
Golden schäumt er im Pokal,
Hell wie Himmelskerzen,
Wie der Liebe Götterstrahl
Glüht im Menschenherzen.
Chor
Der Liebe Glück
Wie Sonnenblick
Im Paradies,
So hold, so süß!
Der höchsten Erdenseligkeit,
Der Liebe sei dies Glas geweiht!
Einer
Aber jetzt der letzte Trank,
Rheinwein glüht im Becher!
Deutscher Barden Hochgesang
Tönt im Kreis der Zecher.
Freiheit, Kraft und Männerstolz,
Männerlust und Wonne
Reift am deutschen Rebenholz,
Reift in deutscher Sonne.
Chor
Am Rhein, am Rhein
Reift deutscher Wein,
Und deutsche Kraft
Im Rebensaft.
Dem Vaterland mit voller Macht
Ein dreifach donnernd Hoch gebracht!
Einer
Unsern frohen Zecherkreis –
Daß er ewig bliebe!
Führe auf des Lebens Gleis
Freiheit, Kraft und Liebe!
Drum, eh’ wir zum letztenmal
Unsre Gläser leeren.
Soll der Brüder volle Zahl
Diesen Bund beschwören.
Chor
Ein festesHerz
In Lust und Schmerz,
In Kampf und Not,
Frei– oder Tod! –
Und daß der Bund auch ewig währt,
Drauf sei dies letzte Glas geleert!
30. Wein-Marsch
Carl August Kern, 1836-1897, Op 71
Offenbach am Main, 1885
1. Gesellen, nehmt das Glas zur Hand,
Stosst an! Trinkt aus! Singt fein!
Das Lied vom Wein
Ist leicht und klein
Und flösst uns Lust zumTrinken ein.
2. O, wer das Lied vom Wein nicht weiß,
Der lern' es heut in unserm Kreis.
Das Lied vom Wein
ist leicht und klein
Und flösst uns Lust zum Trinken ein.
3. Der schwatzt nicht lang bei Gläserklang
Der Wein begeistert zum Gesang.
Wer singen kann,
der preis' ihn hoch,
der preis' ihn hoch,
Und wer's nicht kann, der summe doch.
4. Der Wein erfrischt das Blut, gibt neuen Mut
Und macht die Herzen mild,
und macht sie immer gut,
und macht sie immer gut,
Der Wein, der ist der Sorgen jäher Tod
Zu schöner That: Ein Aufgebot.
5. Der Trinkgenoss' ist all'zeit ohne Schloss
5. Der Trinkgenoss' ist all'zeit ohne Schloss
Und ohne Schätze reich
und ohne Schätze groß.
und ohne Schätze groß.
Ja, Götter sind beim Weine wir
Und der Olymp ist künftig hier.
Drum bringt dem Wein ein kräftig Hoch!
Er lebe hoch: Der goldne Wein! Er lebe hoch!
Drum bringt dem Wein ein kräftig Hoch!
Er lebe hoch: Der goldne Wein! Er lebe hoch!
31. Wohlauf noch getrunken (Wanderlied)
Melodie: Volksweise (1826)
Musikvideo: YouTube
1. Wohlauf noch getrunken
den funkelnden Wein,
Ade nun, ihr Lieben,
geschieden muß sein.
Ade nun, ihr Berge, du väterlich Haus
Es treibt in die Ferne, mich mächtig hinaus.
Ade nun, ihr Berge, du väterlich Haus.
Es treibt in die Ferne mich mächtig hinaus, hinaus.
Juvivallera, juvivallera,
juvivallerallerallera,
juvivallera, juvivallera,
juvivallerallerallera!
2. Die Sonne, sie bleibet
am Himmel nicht stehn;
es treibt sie, durch Länder
und Meere zu gehn.
Die Woge nicht haftet
am einsamen Strand;
die Stürme, sie brausen
mit Macht durch das Land.
Juvivallera, ...
3. Mit eilenden Wolken
der Vogel dort zieht
und singt in der Ferne
ein heimatlich Lied.
So treibt es den Burschen
durch Wälder und Feld,
zu gleichen der Mutter,
der wandernden Welt.
Juvivallera, ...
4. Da grüßen ihn Vögel,
bekannt über'n Meer;
sie flogen von Fluren
der Heimat hierher.
Da duften die Blumen
vertraulich um ihn,
sie trieben vom Lande
die Lüfte dahin.
Juvivallera, ...
5. Die Vögel, die kennen
sein väterlich Haus.
Die Blumen einst pflanzt' er
der Liebe zum Strauß;
und Liebe, die folgt ihm,
sie geht ihm zur Hand:
So wird ihm zur Heimat
das ferneste Land.
Juvivallera, ...
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