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Löwenburg


Die Löwenburg - auf dem Hausberg Bad Honnefs




Honnefs Hausberg mit Löwenburg 
Quelle: Kupferstich aus Karl Wilhelm Nose: Orographische Briefe über das Siebengebirge, 1789, Ausschnitt (Sammlung Ewald Eschbach, Rheinbreitbach)


Jahrhunderte lang erhob sich der Bergfried der Löwenburg über den Rhein und Bad Honnef. 1881 erfolgte der weitgehende Abriss des Bergfrieds aus Sicherheitsgründen. Seit dem scheiterte die dauerhafte Wiedererrichtung des Bergfrieds oder zumindest eines Aussichtsturmes an gleicher Stelle. 

Zuletzt seit den 2010er Jahren gibt es erneut Bestrebungen unter der Initiative des inzwischen leider verstorbenen Honnefer Bürgers und Weinbruders Dr. Paul-Georg Gutermuth, den Bergfried der Löwenburg oder einen Aussichtsturm wieder zu errichten und so der Burgenlandschaft des Siebengebirges wieder ihre ursprüngliche Gestalt und Schönheit zurückzugeben.





Löwenburg

Julius Wilhelm Fischer
Gedichtesammlung "Eine Fahrt ins Gebirge", um 1800


Wir dringen durch den Forst hindurch,

Es rauscht der Fuß im dürren Laube -
Frisch auf! hier liegt die Löwenburg,
Hier lag sie; in der Zeiten Raube
Ist wenig bröckelig Gestein
Vom stolzen Mauerwerk geblieben.
Wo mögen wohl die Löwen sein.
Die einst ihr Wesen hier getrieben?

Sie sind dahin! Auch wir vergehn,
Wie jene Blätter niederschwebten;
Ob wohl, die nach uns leben, sehn
Noch nach der Stätte, wo wir lebten?
O, könnt' ich solche Thaten thun,
Daß man mich nimmermehr vergäße,
Daß, wo einst meine Glieder ruhn,
Mit voller Brust noch Mancher säße!

Frisch, nehmet euer Brod heraus,
Den Hunger weckt das Bergesteigen,
Und köstlich mundet wohl ein Schmaus
Hier unter grünen Buchenzweigen;
O, daß doch eine Schaffnerin
Gastmild entstiege dem Gesteine
Und einen Krug uns reichte hin
Gefüllt mit hundertjähr'gem Weine!

Wir haben keinen goldnen Wein,
Uns winken keine vollen Reben,
Kein Schiff durchfurcht für uns den Rhein,
Kein Feld muß seine Frucht uns geben;
Wir haben nicht voll Herrlichkeit
Ein Schloß weitschauend in die Runde,
Und dennoch sind wir froh allzeit
Und froh zumeist in dieser Stunde.

Denn reich und schön ist diese Welt,
Wie mancher Sturm sie auch durchtose!
Sie ist ein weites Blüthenfeld
Und hat für Jeden eine Rose.
Gott läßt ob Thal und Hügeln hin
Alltäglich tausend Freuden schweben,
Drum freue sich, wem offner Sinn
Und wem ein fühlend Herz gegeben!