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Pressespiegel 2006


Auch die Wildschweine schätzen den Unkeler Wein


Von Horst-Dieter Küsters, Bonner Generalanzeiger 19.4.2006

"Am Stux baut Winzer Bruno Krupp eine neue Rieslingssorte an - Familie Schwarzkittel bevorzugt den süffigen Müller Thurgau - Pro Jahr sollen die Reben 7 000 Liter Wein erbringen




Unkel. Am Fuß des Unkeler Weinbergs Stux wird es in Zukunft noch grüner. Der Nebenerwerbswinzer Bruno Krupp aus Bruchhausen hat am Ostersamstag auf einem Stück nahe der Heisterer Ley, das er vor sieben Jahren von Albert Braun erworben hatte, 150 neue Riesling-Rebstöcke gesetzt.

Tief fährt die Hacke am frühen Morgen in den zunächst nur sanft ansteigenden Boden. Bruno Krupp hebt in unmittelbarer Nähe des Pfahls, der später den jungen Reben Halt geben soll, ein etwa 35 Zentimeter tiefes Pflanzloch aus. Trotz der frischen Brise eine schweißtreibende Arbeit, bei der ihn Sohn Oliver und Hobby-Weinbauer Bernhard Gelderblom tatkräftig unterstützen.
"Der Boden ist Gott sein Dank ja nicht besonders steinig. Die großen Brocken, die hier verstreut herum liegen, sind alle von dem Felsen herunter gekommen", berichtet Krupp. Der Schiefer-Verwitterungsboden sei ideal für Riesling, der in der Südwestlage hervorragend gedeihe.

Schon der Vorbesitzer habe hier diese Rebsorte angebaut, aber die Stöcke seien doch zu alt gewesen, um sie zu erhalten. Ersetzt werden sie nun durch die "Pfropfreben Börner" auf reblausresistenten Unterlagen, die in großen Körben bereit stehen. "Wir haben den Weinberg, der sechs Jahre brach lag, im Vorjahr mit Luzernen begrünt und im zeitigen Frühjahr das Stück umgegraben", berichtet Krupp, während seine Helfer die ersten Weinreben im Abstand von nur einem Meter pflanzen.
Die Stöcke können so eng stehen, weil die Reben nur noch in einem statt, wie früher üblich, in zwei Bögen gezogen werden. "Dadurch können die Mineralstoffe von den Wurzeln aus besser in die Trauben transportiert werden, was sich positiv auf die Qualität des Weins auswirkt. Und wenn man auf die nicht achtet, braucht man gar nicht erst mit dem Weinbau anzufangen", erklärt Krupp.

Und er muss es wissen. Bereits 1978 hat er als Hobbywinzer oberhalb von Scheuren auf einem sechs Ar großen Hang begonnen, Wein anzubauen. Dort ackert mittlerweile Siegfried Jagau, während Krupp "ins Tal" gezogen ist.

Dort hat er Weinberge übernommen, die von den Winzern Heinrich Hess und Otto Roos abgegeben wurden. Vor zwei Jahren dann ist auch das Stück von Otto Mürl unmittelbar an der B 42 neben der Einmündung der L 252 hinzugekommen, auf dem Krupp die "Trendsorte" Weißburgunder anbaut. "Mit dem neuen Stück hier am Stux hat sich unsere Anbaufläche auf insgesamt eineinhalb Hektar vergrößert, so dass wir pro Jahr im Schnitt mit 7 000 Liter Wein rechnen können", berichtet der Bruchhausener.

Wenn die Wildschweine nicht zu sehr in den Weinbergen aasen. Die Schwarzkittel fallen im frühen Herbst von der Heisterer Ley aus in die Weinberge ein. "Und die wissen genau, dass zunächst der Müller Thurgau schmeckt und dann erst der Riesling", klagt Krupp.

Zusammen mit Obstbauer Knut von Wülfing und der Jagdgenossenschaft werde er im Sommer entsprechende Schutzmaßnahmen für die Felder und Weinberge in Angriff nehmen. "Gekeltert und ausgebaut wird der Wein bei uns oben in Bruchhausen", erzählt Krupp, der neben den genannten Weißweinsorten als Rote auch Spätburgunder, Portugieser sowie an der B 42 Dornfelder anbaut.

Bei der "Weinproduktion" kann der Nebenerwerbswinzer auf die fachkundige Hilfe seines Sohnes bauen. Der hatte vor 14 Jahren in Weisenheim begonnen, das "Handwerk" des Winzers von der Pike auf zu lernen und arbeitet seit Abschluss seines Studiums im Bad Hönninger Weingut Scheidgen. "Wir arbeiten heute mit einem ausgewogenen Mix aus alten und jungen Weinstöcken, während man noch vor einigen Jahren in wesentlich kürzeren Abständen die Reben erneuert hat", berichtet Krupp.

So stünden auf dem zehn Ar großen Stück, das er von Hess übernommen habe, noch alte Rieslingstöcke, die mit ihrem dichten und tiefreichenden Wurzelwerk viel mehr Mineralstoffe aus dem Boden holen könnten als junge Weinstöcke. "Bis der gerade gepflanzte Riesling Trauben für eine erste, kleine Ernte hervor bringt, werden wir aber sicherlich noch drei Jahre warten müssen", übt sich der Winzer in Geduld."



„Die Süße ist doch nicht des Teufels“


Von RALF JOHNEN, 17.10.06, Kölner Stadtanzeiger

"Bad Honnef - Der Rhöndorfer pflanzt auf den Flanken des Drachenfelses ausschließlich Weißweinreben an. Nach dem tollen Sommer und den letzten Sonnenstrahlen im Oktober, verspricht die Lese ein guter Jahrgang zu werden.

Gute Ausbeute für einen Top-Jahrgang: Winzer Karl-Heinz Broel begutachtet die gestern geernteten Scheureben-Trauben. Dazwischen finden sich auch einige „edelfaule“ Früchte.Der Rhöndorfer pflanzt auf den Flanken des Drachenfels ausschließlich Weißweinreben an.

Bad Honnef - Strahlendblauer Himmel, 15 Grad. Wieder so ein Vormittag, der für die Weinlese wie geschaffen ist. Entsprechend gut ist die Laune von Karl-Heinz Broel, der auf den Flanken des Drachenfels zweieinhalb Hektar Steillagen mit Rebstöcken verschiedener Art kultiviert. Schon seit einigen Tagen mobilisiert die Oktobersonne ihre letzten Kräfte, wodurch die Spätzünder unter den am Mittelrhein bevorzugten Rebsorten nach einem ohnehin schon guten Sommer ihren Zuckergehalt noch weiter steigern konnten.

„Das wird wieder ein hervorragender Jahrgang“, freut sich der 58-Jährige, der in Rhöndorf in achter Generation das Weingut Broel leitet. Bis zu 126 Grad Öchsle hat der Weinbauer bei der diesjährigen Ernte bereits gemessen - ein beachtliches Mostgewicht, das für einen hohen Fruchtzuckergehalt und große inhaltliche Dichte des Traubensaftes bürgt. „Normal“, ergänzt er zum Vergleich, „sind bei deutschen Weißweinen nur um die 80 Grad“. Die gute Ernte haben die drei Winzerbetriebe des Siebengebirges zwei rekordverdächtigen Monaten zu verdanken: „Der Juli, mit Tagen von fast 40 Grad. Und dann der September, mit einer Durchschnittstemperatur von 18,5 Grad.“

Überwiegend Riesling
Auch die Ertragsmenge des Jahrgangs 2006 stellt den Winzer zufrieden. Zwischen 30 000 und 35 000 Flaschen hofft Broel abfüllen zu können. Den größten Anteil daran hat die Leitsorte des Anbaugebiets Mittelrhein, dessen nördlichster Ausläufer das Siebengebirge ist: der Riesling. Genau wie die Scheurebe und der Kerner - beides Riesling-Klone, die im 20. Jahrhundert gezüchtet wurden - müssen diese Trauben noch geerntet werden. „Das wird in den nächsten sieben Tagen geschehen“, sagt Broel. Unter wahrscheinlich anhaltend günstigen Voraussetzungen, denn warme Tage, kalte Nächte und vor allem Trockenheit sind ideal für die Früchte.

Trockenheit, wenn auch in einer anderen Bedeutung des Wortes, ist es auch, was die Kunden heutzutage bevorzugen. „Süße Weine sind out“, meint Broel mit leicht bedauerndem Unterton. „Dabei ist die Süße ja keineswegs des Teufels“. Vielmehr handele es sich um das natürliche Aroma der Trauben - eine Behauptung, deren Richtigkeit durch die Verkostung der reifen Beeren leicht zu überprüfen ist. „Die trockene Ausrichtung des Weines“, führt Broel aus, „steuert der Winzer im Keller“. Die Länge des Gärungsprozesses sei dafür entscheidend. „Wird dieser frühzeitig unterbrochen, bleibt eine Restsüße erhalten.“

Karl-Heinz Broel persönlich weiß süße Weine durchaus zu goutieren, die Produkte der nahen „Konkurrenz“ von Mittelrhein und Mosel trinkt er gerne. Auch das momentane Flaggschiff aus dem eigenen Hause ist ein edel-süßer Tropfen: Die Riesling Beerenauslese des Jahrgangs 2003 wurde von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mit der goldenen Prämie und als bester Wein seines Jahrgangs ausgezeichnet. Die Flasche ist für 18,50 Euro zu haben.

Nicht alle Weine aus Rhöndorf sind jedoch im Hochpreissegment angesiedelt. Der Müller-Thurgau etwa startet bei 3,50 Euro pro Flasche, eine Riesling Auslese aus dem Top-Jahrgang 2003 kommt auf 7,20 Euro. Verkauft werden die Weine ausschließlich ab Hof, lediglich die regionale Gastronomie wird von den Broels beliefert. Wie der Chef erklärt, funktioniert das unter anderem deshalb ganz gut, weil viele Touristen ihren Ausflug ins Siebengebirge mit einer Verkostung verbinden. Dabei begegnen sie einem bekannten Gesicht in der Regel mehrmals: Der erste Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer, hat nämlich nicht nur in der Nähe des Weinguts gewohnt, sein Konterfei blickt auch von zahlreichen Etiketten der Broel-Weine."



In Erinnerung an die Osteuropa-Weinprobe im alten Rathaus, Bad Honnef




Weltweit größter Weinkeller in Moldawien
Bonner Generalanzeiger, 12.10.2008